

Wickeln
Fröhlicher Dialog
Neben dem Stillen oder Füttern gehört das Wickeln zu den Hauptaufgaben junger Eltern. Viele sehen darin ein anrüchiges Geschäft, das sie am liebsten so schnell wie möglich abhaken. Schade drum.
Denn die sechs oder acht täglichen Begegnungen am Wickeltisch vermitteln Babys intensive Eindrücke von der Einstellung ihrer Eltern. Wie gehen Mama und Papa mit mir um? Stört es sie, wenn ich beim Wickeln nach ihrem Gesicht patsche? Bleiben sie freundlich, auch wenn es sie vor dem Windelinhalt ekelt oder wenn ich wegen der plötzlichen Kälte beim Ausziehen des warmen Windelpakets protestiere? Oder behandeln sie mich wie die Puppe im Säuglingspflegekurs?
Gut deshalb, wenn Eltern das Wickeln vor allem als Möglichkeit zu einem fröhlichen, spielerischen Dialog begreifen. Wenn sie ihrem Baby vorher ankündigen, was sie tun wollen. Ihm gut zureden, wenn die Prozedur ihm unangenehm wird. Es zur Mitarbeit einladen: „Gibst du mir dein Füßchen?“ Ihm die Haarbürste überlassen, wenn es danach greift, und auf seine Wünsche nach Zärtlichkeiten eingehen.
Keine Zeit? Erfahrene Säuglingspflegerinnen lassen diesen Einwand nicht gelten. Denn was Eltern jetzt investieren, bringt später Zinsen; Kinder, die sich beim Wickeln und Anziehen von Anfang an als respektiert und aktiv beteiligt erleben, haben viel weniger Anlass, sich (später) mit Händen und Füßen dagegen zu sperren.






