

Alleinerziehend
Auch ohne Partner gute Eltern
Allein zu erziehen erfordert von Müttern oder Vätern eine doppelte Anstrengung. Zum einen kann man sich Kindererziehung und Geldverdienen nicht mit einem Partner teilen. Zum anderen sind da die Lebensumstände, die dazu geführt haben, dass ein Elternteil allein mit einem Kind lebt. Sie sind meist belastend und bleiben es für längere Zeit.
Hinzu kommt, dass für Schwierigkeiten und Probleme, wie sie bei allen Kindern auftreten können, von Außenstehenden ausschließlich das Alleinerziehen verantwortlich gemacht wird. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine gute Erziehung nicht davon abhängt, ob ein Kind mit beiden Elternteilen oder mit einem aufwächst. Entscheidend ist vielmehr die Qualität der Beziehung zwischen Mutter oder Vater und Kind.
Trennung und Scheidung, der Entschluss, trotz einer Schwangerschaft nicht zu heiraten, oder der Tod eines Elternteils – das sind die Umstände, die dazu führen, dass jemand allein erzieht. Wer in diese Situation gerät, muss meist mit Konflikten, Enttäuschungen und Verlusten fertig werden, oft auch mit Problemen um Lebensunterhalt und Existenzsicherung. Gespräche mit Verwandten, Freunden, aber auch mit Sozialarbeitern, Beratern und Seelsorgern können helfen, das Leben neu zu ordnen und mit Verletzungen und Trauer umzugehen.
In einer solchen Situation haben die Betroffenen zusätzlich für ihr Kind zu sorgen. Und sie haben für sich und das Kind das Verhältnis zum anderen Elternteil zu regeln. Oft zeigt sich, dass verstorbene Partner in einem positiven Licht gesehen und idealisiert werden („Wenn dein Vater noch leben würde…“). Nach einer Trennung oder Scheidung dagegen ist die Beziehung der Partner untereinander oft belastet; der andere Elternteil wird in einem negativen Licht gesehen. Doch sollte die oder der Alleinerziehende bedenken, dass der Partner auch bei einer Trennung des Paares weiterhin Vater oder Mutter des gemeinsamen Kindes bleibt. Auch wenn Kinder den anderen Elternteil nicht kennen gelernt haben, werden sie sich irgendwann mit ihm auseinander setzen. Die Frage, ob und wie er sich für sein Kind interessiert, hat für dessen Selbstbewusstsein und sein Erleben der eigenen Identität eine hohe Bedeutung. Deshalb ist die Beziehung zu den leiblichen Eltern in jedem Falle wichtig. Auch ein neuer Partner kann und soll den leiblichen Vater oder die leibliche Mutter nicht ersetzen oder verdrängen.
Kinder in Ein-Eltern-Familien können nicht Partnerersatz sein. Es ist deshalb gut, wenn die oft sehr enge Mutter-(oder Vater-)Kind-Beziehung durch Dritte „gestört“ wird. Kind und Mutter oder Vater sollten nicht nur füreinander da sein, sondern auch Kontakte zu anderen aufbauen und leben.






