

Erziehung
Kleine Helfer im Haushalt
Es muss doch ärgerlich sein für einen Dreikäsehoch. Immer wenn er den Erwachsenen eine spannende Sache nachmacht, heißt es: Finger weg von dem Messer, das ist gefährlich! Stell’ sofort das Glas wieder hin! Geh’ weg vom Herd, sonst verbrennst du dich!
Die Entdeckungsfreude von Anderthalbjährigen ist unbegrenzt. Alles wollen sie nachmachen und selbst tun. Ganz besonders faszinieren sie die Hausarbeiten und Werkzeuge der Eltern: Messer, Gießkanne, Bohrmaschine … Dahinter steckt nicht nur der Drang zu lernen und „groß“ zu werden; die Kleinen möchten auch einen eigenen Beitrag leisten, damit das Familienleben funktioniert.
Die Einstellung und die Geduld der Eltern stellt das auf eine harte Probe. Sie befürchten, dass sie hinterher Scherben und Überschwemmungen beseitigen müssen oder, schlimmer, dass sich ihr Kleines beim Hantieren mit Messern und anderen Geräten verletzen könnte. Außerdem würde ihnen alleine die Arbeit viel schneller von der Hand gehen als mit der „Hilfe“ der Kinder … Gut, wenn sie die Kleinen trotzdem lassen. Denn:
- Unter den wachsamen Augen der Eltern lernen Kinder
am schnellsten,mit Werkzeugen umzugehen. - Kleinen Kindern, die im Haushalt mithelfen dürfen, geht
das in Fleisch und Blut über. Schulkinder, die nicht daran
gewöhnt sind, können von den Eltern oft nur noch mühsam
dazu bewegt werden. - Die Mithilfe im Haushalt fördert die Selbstständigkeit und
Unabhängigkeit. Das macht Kinder selbstbewusster. - Beim Abwaschen und -trocknen, Tischdecken und Brote
schmieren trainieren Kinder sogar Fähigkeiten, die sie später
in der Schule brauchen, zum Beispiel ihre Feinmotorik.
Die Bilanz: Sich auf die Mitarbeitswünsche von Einjährigen einzulassen, kostet Eltern zwar Zeit und Mühe. Auf lange Sicht erspart diese Investition aber viel Arbeit und Ärger.






