Rituale

Gute Gewohnheiten

Gute GewohnheitenManchmal schleichen sich Rituale ganz unbemerkt ins Familienleben ein. Aber wehe, die Mama vergisst einmal den Gute-Nacht-Kuss per Telefon, wenn sie im Krankenhaus Spätdienst hat. Dann weigert sich ihr zweijähriger Sohn beharrlich einzuschlafen – ein Hinweis auf die Bedeutung, die solche lieb gewordenen Gewohnheiten für Kinder haben.

Das „Komm-in-meine-Arme“-Spiel zur Begrüßung, der Abschiedskuss, der feste Platz am Familientisch, das Tischgebet, die Märchenstunde am Abend, das Kreuzzeichen beim Einschlafen – diese und viele andere Rituale

  • helfen Kindern, sich im Tages- und Wochenablauf zurechtzufinden,
  • festigen die Beziehungen in der Familie,
  • schenken Geborgenheit und Sicherheit,
  • erleichtern Kindern den Übergangin Situationen, vor denen sie Angst haben – etwa vor dem Einschlafen in der Dunkelheit.

Gerade Kinder in der Trotzphase haben gute Gründe, so tyrannisch auf ihren Ritualen zu bestehen. Ihre Versuche, sich ein Stück weit von den Eltern zu lösen, wecken nämlich gleichzeitig das Bedürfnis, sich der Liebe von Mama und Papa zu vergewissern. Aber auch für die Eltern lohnt es sich, Rituale zu pflegen; schließlich können sie selbst zwischen den Trotzanfällen ihrer Sprösslinge ein paar Liebesbeweise gut brauchen. Und manche für das Kind unangenehme Situation, zum Beispiel der Abschied von den Eltern beim Babysitter, lässt sich damit leichter bewältigen.