

Liebe Mutter, lieber Vater,
wenn ich einige Tage verreist bin und mein Mann bei unseren beiden Kindern ist, sind wir immer wieder erstaunt und amüsiert über die Reaktionen insbesondere anderer junger Mütter. „Wo ist denn Deine/Ihre Frau?“ wird mein Mann regelmäßig gefragt. Oder ich höre später: „Machst du Dir denn keine Sorgen? Schafft er das denn?“
So ist das also mit der Gleichberechtigung der Männer. Frauen fordern ständig, dass sie sich an Kinderbetreuung und Haushalt beteiligen. Aber tun sie es, ist das Erstaunen groß und die allgemeine Skepsis noch größer. Und manche Frau sagt über ihren eigenen Mann: „Das wird nichts, wenn er einkaufen geht.“
Wo Frauen so reagieren, dürfen sie sich nicht wundern, wenn sich die Begeisterung der Väter für die Gleichberechtigung – in diesem kleinen und erst recht im großen Rahmen – in Grenzen hält. Und die der Söhne ebenso.
Also, liebe Mütter: Fordern wir nicht nur, sondern lassen wir die Männer auch. Geben wir ihnen eine ernsthafte Chance und wenn nötig ein wenig Zeit zum Eingewöhnen. Und akzeptieren wir auch, wenn manches etwas anders läuft. Wir sind nicht unersetzlich!
Gleichberechtigung fängt in den Köpfen an – nicht nur, aber auch in denen der Frauen.
Herzliche Grüße!
Andrea Kipp






