

Schnuller und Co.
Schädliche Tröster
Ausgiebig am Daumen oder Schnuller zu lutschen – beim Einschlafen, vor dem Fernseher oder auf dem Weg zum Kindergarten – ist für viele Kinder weniger eine vergnügliche als eine tröstliche Entspannung. Das Nuckeln stillt das Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Nähe und hilft, schwierige Situationen besser zu überstehen. Doch die Zahnärzte warnen: Wer zu oft am Daumen lutscht, bekommt schiefe Zähne und muss später mit kieferorthopädischen Behandlungen dafür bezahlen.
Eltern haben deshalb alle möglichen Methoden ausprobiert, um ihrem Nachwuchs die Nuckelei abzugewöhnen. Zum Beispiel das „Lichtmännchen“, das mit ungiftigen, wasserunlöslichen Stiften auf die Daumenkuppen des Kindes gemalt und ihm „anvertraut“ wird: Es ist gar nicht begeistert, wenn es im dunklen Mund verschwindet. Oder die „Schnullerfee“, die den Nuckel nachts gegen ein kleines Geschenk eintauscht. Solche fantasievollen Hilfen sind allemal besser als Drohungen mit der großen Schere wie im „Struwwelpeter“. Erzieherische Härte belastet Kinder nur noch mehr – und folglich nuckeln sie noch intensiver.
Stattdessen tun Eltern gut daran, genau hinzuschauen: Gibt es typische Situationen, in denen ihr Kind den Nuckel braucht? Weil es sich vielleicht überfordert fühlt? Je nachdem braucht es nicht die Schnullerfee, sondern Zuwendung und Unterstützung von den Eltern, bevor es sich vom Schnuller oder vom Daumenlutschen verabschieden kann.






