Liebe Mutter, lieber Vater,

ein großer Berg Arbeit lag auf dem Schreibtisch. Und die Weihnachtsvorbereitungen standen an. Da bekam unsere Tochter die Windpocken. An Arbeiten war nicht mehr zu denken, denn sie konnte nicht in den Kindergarten. Anfangs nervte sie die Juckerei, danach war das Schlimmste die Quarantäne: Die meisten befreundeten Kinder hatten die Krankheit noch nicht gehabt.

Als Cordula niemanden mehr anstecken konnte, folgte ihr Bruder mit den Windpocken. So konnte er nicht zur Tagesmutter. Der Schreibtisch musste wieder warten. Und die Fahrten zu den weihnachtlichen Treffen bei den Großeltern mit Onkeln und Tanten, Cousins und Cousinen waren gestrichen …

Im Leben mit Kindern läuft nicht immer alles nach Plan. Das merkt man spätestens, wenn sie krank werden. Doch so schwer es auch fällt: Wir können das nur akzeptieren und uns auf die Situation und das kranke Kind einstellen. Und dann hat das manchmal sogar seine schönen Seiten. In diesem Advent backten wir Weihnachtsplätzchen – mit so viel Freude wie noch nie. Und Weihnachten ohne die Verwandtschaft verschaffte uns vieren viel Zeit füreinander.

Im Leben mit Kindern werden unsere Pläne oft über den Haufen geworfen. Vielleicht ist es manchmal auch gut so?

Mehr zum Thema Krankheit und Gesundheit lesen Sie in diesem Brief.

Ihre

Andrea Kipp