Liebe Mutter, lieber Vater,

Carina hätte prima für Schnuller werben können. Kaum einmal sah man die Vierjährige ohne ihren treuen Begleiter. Die Eltern erzählten ihr von den Schäden für die Zähne und wollten ihr das Nuckeln nach und nach abgewöhnen. Aber alle Versuche schlugen fehl.

Andererseits wollten Mutter und Vater ihrer Tochter den Tröster, der für sie offenbar noch so wichtig war, auch nicht gegen ihren Willen oder heimlich wegnehmen. So erzählten sie ihr von der Schnullerfee. Und siehe da: Carina willigte ein, der lieben Fee den Schnuller zu überlassen.

Dabei war eines ganz wichtig: Die Schnullerfee nahm den Schnuller über Nacht nicht einfach weg, sie brachte dafür auch etwas Neues: eine Stoffpuppe. Sie tröstete Carina, wenn sie den Nuckel vermisste: beim Einschlafen, nach einem Sturz und wenn es Streit mit Mama oder Papa gab.

Was Carina diesen Verzicht erleichtert hat, gilt oft ebenso in anderen Situationen mit Kindern. Und auch Erwachsene kennen das: Wenn es schwer fällt, auf etwas zu verzichten oder eine lieb gewordene Gewohnheit aufzugeben, dann kann es eine große Hilfe sein, dafür einen angemessenen Ersatz zu bekommen.

Carina war nach dem Verschwinden des Schnullers nicht nur damit einverstanden. Sie war stolz, dass sie diesen Schritt geschafft hatte.

Ihre

Andrea Kipp