Liebe Mutter, lieber Vater,

Unterhaltung – die gibt es in einer Familie mit Kindern umsonst, ohne Bestellung und lustiger, als die meisten Entertainer oder Showmaster aus Film und Fernsehen sie bieten können.

Cordula singt im Kinderchor der Pfarrgemeinde mit. Und manchmal scheint dieser Chor bei uns zu Hause einen heimlichen Auftritt zu haben. Jedenfalls stehen dann Cordula und ihr Bruder Lukas auf den untersten Stufen unserer Treppe – wie der Chor am Altar – und bringen uns Eltern ein Ständchen. Sie singen, so laut sie können, die Lieder aus dem Kindergottesdienst und halten dabei ein Buch in der Hand, als wenn sie Noten und Text dort abläsen. Dabei können beide noch nicht lesen …

Auch die Begleitinstrumente fehlen nicht. Cordula nimmt ihren nagelneuen Schulranzen und hängt ihn sich vor den Bauch – wie das Akkordeon der Chorleiterin. Lukas greift zu einer herumliegenden Tasche ähnlichen Formats. Ihre „Akkordeons“ bewegen sie hin und her, und ihre Finger begleiten auf den Instrumenten ihren Gesang.

Mein Mann und ich haben mindestens so viel Spaß beim Zuschauen wie unsere beiden Sänger. Und unser Lachen spornt sie an, mit ihrer Vorstellung noch ein wenig weiterzumachen.

Wie langweilig wäre das Leben der Eltern doch ohne diese kleinen Alleinunterhalter!

Ihre

Andrea Kipp