Liebe Mutter, lieber Vater,

Eltern von Kindergarten-Kindern staunen mitunter über deren wachsende Selbstständigkeit. Zum Beispiel wenn die gar nicht mehr so „Kleinen“ ihnen ankündigen, dass sie bei Freunden oder Freundinnen übernachten möchten.

Zwei Punkte müssen klar sein: Die Eltern müssen volles Vertrauen zu der Gastfamilie haben. Und falls die kleinen Gäste plötzlich Sehnsucht nach den Eltern entwickeln, sollten die Gastgeber sie nicht zwingen zu bleiben.

Ist es dann soweit, genießen es die Kinder, den Alltag ihrer Freunde in Bereichen kennen zu lernen, die sie bis dahin meist nicht erlebt haben: das Zubettgehen und Aufstehen. Und wenn sie dann noch vor dem Einschlafen ein wenig tuscheln oder Unsinn machen können, haben sie viel Spaß. Denn so viel Nähe und Vertrautheit mit dem Freund oder der Freundin ist sonst kaum möglich. Dann kommt als Abschluss das gemeinsame Frühstück, und anschließend gehen sie – reichlich verschlafen – wieder nach Hause.

Und warum ist das alles so aufregend? Schlafen hat viel mit Geborgenheit zu tun, und die finden ganz kleine Kinder bei den Eltern. Wenn sie aber in diesem Alter spüren: Ich brauche Mutter und Vater jetzt nicht mehr immer um mich herum, ich kann ein Stück Geborgenheit in mir selbst und bei anderen vertrauten Menschen finden, dann ist das eine sehr schöne Erfahrung.

Ihre

Andrea Kipp