Liebe Eltern, liebe Großeltern,

Nicole (3) besitzt ein Dreirad, einen Roller und ein Fahrrad mit Stützrädern. Den Roller und das Fahrrad bekam sie von den Omas und Opas. Nicole ist das erste Enkelkind für beide Großelternpaare, und so wird sie regelmäßig mit üppigen Geschenken bedacht.

Viele Großeltern sind heute ungeheuer großzügig, wenn es um Geschenke für die Enkel geht. Ich frage mich jedoch: Wäre Nicole nicht auch nur mit dem Dreirad glücklich gewesen? Hätte sie sich über etwas kleinere Geschenke nicht genauso gefreut? Eigentlich sollen diese Gaben doch vor allem eins ausdrücken: „Wir haben dich lieb und wollen dir eine Freude machen.“

Großeltern haben vieles andere außer Geld zu bieten, was Eltern manchmal nicht oder nicht in dem Maße haben. Zeit zum Beispiel. Wäre es für die Enkel nicht mindestens ebenso schön, zu einem Wochenende bei Oma und Opa eingeladen zu werden? Oder mit ihnen einen Spielenachmittag zu erleben? Oder gemeinsam einen Waldspaziergang zu unternehmen? Oder die alten Fotoalben der Großfamilie zusammen durchzublättern?

Ich kenne jedenfalls viele Enkelkinder, die diese Art „Geschenke“ von ihren Großeltern ebenso sehr schätzen wie das Bilderbuch oder das neue Spielzeugauto.

Ihre

Andrea Kipp