Liebe Mutter, lieber Vater,

vermutlich kennen Sie solche Eröffnungen: „Mama, kann ich morgen nachmittag zu Beate?“ Oder: „Carla hat gefragt, ob ich mit zum Handball gehe.“ Und Sie wissen, dass die eigentliche Frage dahinter nicht heißt: „Darf ich?“ Sondern: „Fährst du mich?“

Meine Frau und ich haben uns früher gern als Chauffeure einspannen lassen. Es ist doch schön, wenn die Kinder Freunde gewinnen oder in einem Sportverein mitmachen möchten! Doch seit sie in der Schule sind, wächst ihr Aktionsradius so schnell, dass die Fahrerei uns zu viel wird. Es wird Zeit, dass sie auch in diesem Punkt selbstständiger werden!

Erste Möglichkeit: das Fahrrad. Ein Nachbar, von Beruf Verkehrspolizist, riet uns jedoch für erste ab: „Bei dem Verkehr rund um unsere Siedlung sind Siebenjährige noch überfordert.“ Wohl wahr, zumal unserer Heimatstadt ein vernünftiges Radwegenetz fehlt.

Besser sieht’s mit Bus und Bahn aus. Allerdings haben meine Frau und ich diese Verkehrsmittel bisher kaum benutzt – logisch, dass auch die Kinder sich damit nicht auskennen. Das wollen wir jetzt schleunigst korrigieren; die nächsten Ausflüge unternehmen wir statt mit dem Auto mit Bus und Bahn und machen die Kinder dabei mit Streckenplänen und wichtigen Haltestellen vertraut. Die investierte Zeit hoffen wir bald wieder einzusparen – und die Um-welt freut sich sowieso.

Ihr

Josef Pütz