Thema des Monats

November 2009

Merkwürdige Freunde

Unser Sohn (13) hat merkwürdige Freunde, die uns gar nicht gefallen. Er bringt sie öfter mit nach Hause und spricht auch viel von ihnen. Wir fürchten, sie sind kein guter Umgang für ihn. Wie können wir ihm das klar machen?

Was genau ist denn „merkwürdig“ an den Freunden Ihres Sohns? Ihr „Outfit“? Ihr Verhalten Ihnen gegenüber? Ihre Herkunft? Ihre Freizeitbeschäftigungen? Möglicherweise ist genau das, was Sie stört, für Ihren Sohn ja attraktiv; die „Aufgabe“ von Freunden für Kinder besteht schließlich auch darin, ihren Horizont über den berühmten „Tellerrand“ der Familie hinaus zu erweitern und sich ein Stück weit von den Eltern „abzunabeln“.
Wenn Sie jedoch den Eindruck haben, dass seine Freunde Ihrem Sohn nicht gut tun, dann haben Sie nur eine Möglichkeit: Sprechen Sie offen mit ihm darüber! Lassen Sie sich von ihm erklären, wer seine Freunde sind, was genau er an Ihnen mag und was er am liebsten mit ihnen zusammen macht. Versuchen Sie dabei zunächst einmal, Ihren Sohn zu verstehen und zu begreifen, was diese Freunde ihm bedeuten. Möglicherweise werden dabei schon manche Sorgen verfliegen. Und vielleicht können Sie’s ja auch als gutes Zeichen nehmen, dass er die Freunde mit zu Ihnen nach Hause bringt; das zeigt, dass er Ihnen vertraut und „nichts zu verbergen“ hat! 
Und wenn seine Erklärungen Ihre Bedenken nicht zerstreuen? Dann können Sie ihm das nur sagen und darauf vertrauen, dass er Ihre Einwände ernst nimmt und konstruktiv verarbeitet. Denn wie gesagt: Mit 13 ist er in einem Alter, indem er mehr und mehr seine eigenen Vorstellungen und Ideen entwickelt. Mit einem Versuch, ihm seine Freunde einfach zu verbieten, würden Sie nur riskieren, dass er „zumacht“, Ihnen immer weniger erzählt und sich stattdessen heimlich weiter mit ihnen trifft. So den Gesprächsfaden zu verlieren, sollten Sie unbedingt vermeiden.