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Thema des Monats März 2010


Alle reden mir rein!

Hilfe! Alle reden mir in die Erziehung meiner Kinder rein, meine eigenen Eltern und jetzt auch noch meine beste Freundin. Langsam fühle ich mich immer unsicherer.

Ihre Verunsicherung kann ich mir gut vorstellen. Zumal solche Kritik oft so pauschal daher kommt, dass Eltern damit wirklich nichts anfangen und sich nur darüber ärgern können. „Du verwöhnst dein Kind“: So etwas können Sie getrost mit einem Schulterzucken abtun. Oder, wenn Sie mögen, haken Sie nach: „Was meinst Du damit konkret? Wie könnte ich das anders machen?“ Manche Kritiker halten dann in Zukunft lieber den Mund...  

Allerdings wird sich Ihr Bedürfnis, wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen, damit allein kaum stillen lassen. Denn nach meinen Erfahrungen fordern viele Eltern selbst durch ihr Verhalten die Einmischung der anderen geradezu heraus.

Bitte überlegen Sie einmal: Geht Ihre Verunsicherung wirklich nur auf die Kritik Ihrer Eltern und Ihrer Freundin zurück? Oder liegt es vielleicht auch daran, dass sich im Umgang mit Ihren Kindern das eine oder andere nicht nach Wunsch entwickelt? (Wenn beim Erziehen alles bestens funktionierte, könnten Sie die Kommentare von außen doch selbstbewusst abperlen lassen!) Klagen Sie möglicherweise sogar ab und zu bei anderen über das Verhalten der Kinder oder fragen Sie selbst um Rat?
 
Der erste Schritt wäre also, sich Rechenschaft über die Entwicklung Ihrer Kinder und Ihre eigene Meinung dazu zu geben. Welche Erziehungsziele möchte ich erreichen? Was gelingt uns gut? Womit bin ich zufrieden? Und was möchte ich gerne verbessern?

Danach könnten Sie dann versuchen, konkrete (!) Einreden von anderen konstruktiv zu nutzen. Das heißt: Wo sie Ihrer Überzeugung nach schief liegen, halten Sie dagegen – „Nein, Mutter, Lukas muss meinem Chef kein Händchen geben. Ich finde es wichtig, dass Kinder so etwas nach ihrem Gefühl entscheiden.“ Anders, wenn Sie selbst sich nicht sicher fühlen; dann lohnt sich eine kritische Prüfung (ganz gleich, ob ein Vorschlag von Ihren Eltern, Ihrer Freundin, einem Erziehungs-„Experten“ oder aus einem Buch stammt). Erscheint mir das logisch? Passt das zu meiner eigenen Einstellung? Hätte ich ein gutes Gefühl dabei?

Dann spräche eigentlich nichts dagegen, einen Vorschlag einmal auszuprobieren. Ihre Eltern und Ihre Freundin sagen ihnen das alles ja sicher nicht, um Sie zu ärgern, sondern weil Sie Ihnen und Ihren Kindern helfen wollen.

Der entscheidende Punkt dabei ist, in der Erziehung eine eigene Haltung entwickeln, hinter der Sie mit Ihrer Persönlichkeit stehen – und dabei, wie gesagt, können konkrete Anregungen von anderen durchaus hilfreich sein. Eine gute Basis dafür könnten Sie durch den Besuch eines Elternkurses wie Kess-erziehen legen.

Dort bekommen Sie an fünf Abenden neben einem guten Grundwissen zum Erziehen und einer Vielzahl von Anregungen auch die Möglichkeit, sich in einem geschützten Rahmen mit anderen Müttern und Vätern auszutauschen. Das verschafft Ihnen nach und nach mehr Sicherheit über Ihren eigenen Standpunkt, und diese Sicherheit werden Sie auch gegenüber anderen ausstrahlen. Umso weniger werden Sie Ihnen in Ihre Erziehung herein reden – oder nur dann, wenn sie wirklich etwas zu sagen haben.



 

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