Samstag, 18:30 Uhr

Als Familie Kess durch die Krise

Rituale: Anker im Alltag

Rituale: Anker im Alltag
Foto©georgerudy - stock.adobe.com

"Irgendwie ist uns jeder Rhythmus abhanden gekommen", klagen viele Väter und Mütter. Es gibt zwar etliche Lockerungen und auch die Kinder werden (zumindest zeitweise) wieder bertreut. Aber die alte Routine gibt es nicht mehr - vermutlich für lange Zeit. Die Coronakrise stellt Familien vor große Herausforderungen. Rituale und Strukturen können helfen, den Stresspegel zu senken.

Anfangs war es vielleicht noch komisch: Die Kinder bis mittags im Schlafanzug. Und das drängendste Problem: In welchem Supermarkt gibt es Klopapier und Nudeln? Doch je länger die Coronakrise dauert, desto schwieriger wird die Situation für viele Familien. Die Unsicherheit wächst. Ist mein Arbeitsplatz sicher? Wann gibt es endlich wieder eine verlässliche Kinderbetreuung? Und welche Auswirkungen hat das alles auf die Entwicklung der Kinder?

Dem Alltag eine Struktur geben

Strukturen und Rituale können ein Anker im unsicheren Alltag sein. Manche Familien fahren gut mit festen Wochenplänen. Andere mögen es lockerer und sprechen sich täglich neu ab. Wie auch immer Sie in Ihrer Familie planen – Strukturen im Familienalltag haben den Vorteil: Alle wissen, woran sie sind.

Welche Rituale gibt es in Ihrer Familie bereits?

Jede Familie hat ihre eigenen Rituale: Die Kuschelrunde im Bett vor dem Aufstehen. Eine Lieblingsserie, die alle zusammen anschauen. Das Vorlesen am Abend. Mahlzeiten, bei denen Eltern und Kinder um einen Tisch sitzen. Ein gemeinsames Gebet zum Start in den neuen Tag. – Rituale sind nicht in Stein gemeißelt. Manche werden mit der Zeit überflüssig. Andere wandeln sich. Neue entstehen. Und einige überdauern viele Jahre.

Wer braucht jetzt was?

Mütter und Väter vielleicht zwischendurch mal Zeit für sich. Eine kurze Atempause, um aufzutanken. Das kann der kleine Spaziergang am Abend sein. Oder ein entspannendes Bad in der Wanne. Absprachen helfen dabei, Freiräume füreinander zu schaffen. Besonders in Krisenzeiten, wo es hoch hergeht.

Neue Rituale

Gibt es eine alltägliche Situation, für die Sie ein neues Ritual einführen möchten? - Dann hilft es, das in den Blick zu nehmen, was sich bereits bewährt hat. Denken Sie dazu an ein Ritual, das Sie in Ihrer Familie bereits pflegen:

  • Was tut Ihnen gut dabei?
  • Wie erleben Ihre Kinder das Ritual?
  • Wieso ist das Ritual Ihnen wichtig?

Antworten auf diese Fragen legen eine Spur. Auch der Austausch mit anderen Eltern, Verwandten und Freunden kann Ideen bringen, wenn man selbst gerade ratlos ist.

Das Positive an Ritualen ist …

... sie stärken das Wir-Gefühl in der Familie
... sie helfen, Schwierigkeiten zu bewältigen
... sie gestalten Übergänge im Alltag und entlasten
... sie zeigen den Kindern, welche Werte den Eltern wichtig sind
... sie geben Sicherheit und Orientierung
... sie vermitteln Zutrauen und Geborgenheit

Weniger ist oft mehr - und Qualität wertvoller als Quantität

Strukturen und Rituale sollen Stress reduzieren. Werden sie zum Korsett, ist genaues Hinschauen angesagt: Was ist hilfreich und entlastend? Gemeinsam auch kleinste positive Veränderungen zu würdigen, ermutigt und gibt neue Kraft. Auch für die Situationen, in den es gerade (noch) nicht so gut läuft. Denn: Niemand ist perfekt. Und das muss auch keiner sein ;-)

Kess-erziehen


Die Texte der Elternbriefe basieren auf dem Ansatz von „Kess-erziehen“.  „Weniger Stress. Mehr Freude.“ ist das Motto der Kess-Kurse. Informationen finden Sie unter: www.kess-erziehen.de

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