Sonntag, 12:48 Uhr

Kita? Oma? Tagesmutter?

In den besten Händen

Gerade mal ein halbes Jahr ist das Kind jetzt alt. Noch hat es kaum angefangen, seine nächste Umgebung zu erkunden. Die junge Familie hat nach den aufregenden ersten Wochen endlich ruhigeres Fahrwasser gefunden, da kündigen sich schon wieder neue Zeiten an. Denn in sechs, acht Monaten läuft das Elterngeld aus, das berufstätigen Müttern und Vätern finanziell den Rücken für ihr Baby frei hält. Wie geht’s dann weiter?

Diese Lösungen bieten sich an, jede hat Vor- und Nachteile:

  • Mama und/oder Papa versorgen ihr Kind „hauptberuflich“ oder abwechselnd selbst.
  • Sie vertrauen ihr Baby den Großeltern an, während sie selbst ihren Berufen nachgehen.
  • Sie engagieren eine Tagesmutter …
  • … oder sie bringen ihr Kind in eine Kindertagesstätte (-krippe, Kita …).

Für Mütter und Väter gibt es kaum Faszinierenderes, als die Entwicklung ihres Kindes direkt miterleben zu können. Gut deshalb, wenn sie ihr Kind zu Hause selbst versorgen und dabei ganz individuell auf seine Bedürfnisse, Fortschritte und Interessen eingehen können. Sie haben die Qualität der Betreuung selbst in der Hand. Dabei mag es Tage geben, an denen einem zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Zeitdruck, Tränen und flaue Gefühle, die der tägliche Abschied an der Kita-Tür besonders bei kleinen Kindern und ihren Eltern oft auslöst, bleiben dafür erspart. Andererseits fällt es oft schwer, für das Kleine regelmäßige Kontakte zu anderen Kindern zu knüpfen; und es gibt Situationen, die einen längeren Ausstieg aus dem Berufsleben schwierig oder gar unmöglich machen.

Die Großeltern punkten mit unschlagbarer Nähe und Flexibilität. Wenn Eltern ihr Kleines abends mal später abholen, macht ihnen das am wenigsten. Aber: Sind sie noch so fit, ständig hinter einem quirligen Einjährigen herzurennen und die Trotzausbrüche des Anderthalbjährigen auszuhalten? Bieten sie dem Kind genug Anregung für seine Entwicklung? Denken sie in puncto Erziehung ähnlich wie die Eltern? Und welche Gegenleistungen erwarten sie, zum Beispiel im Blick auf spätere Pflege?

Tageseltern bieten ihren Schützlingen eine geschwisterähnliche Gemeinschaft. Außerdem sind sie für ihre Pflege und „Bildung“ fortgebildet; Studien zufolge entwickeln die Kleinen sich bei ihnen oft besser als in Krippen. Aber: Passen Umgebung, Atmosphäre und Erziehungsstil der Tagesmutter zu den Vorstellungen der Eltern? Wie eifersüchtig macht es sie, dass eine Neben-Mama mehr Alltag mit ihrem Kind erlebt als sie selbst? Was passiert, wenn die Tagesmutter krank wird? Wie groß ist das Risiko, dass sie sich beruflich oder familiär neu orientiert und die Betreuung abbricht?

Kinderkrippen und -tagesstätten versprechen Eltern eine zuverlässige Betreuung durch qualifiziertes Personal, ein breites Angebot an Aktivitäten, Spielsachen und viele Kontakte zu anderen Kindern. Aber: Fachleute schätzen viele Krippen nur als mittel­mäßig ein; die Zahl der Erzieherinnen pro Kind gilt vielerorts als unzureichend. Verkraftet das Kind den Stress, der dadurch droht?

Bei ihrer Entscheidung müssen Eltern vieles bedenken: das Temperament ihres Kindes, die eigenen Vorstellungen von Familie, Angebot und Qualität der Betreuungsplätze vor Ort, finanzielle Möglichkeiten, Berufswünsche und -perspektiven. Aus Sicht der Einjährigen kommt es besonders auf zweierlei an: Sie brauchen eine oder zwei liebevolle „Bezugspersonen“, die ihnen jederzeit Geborgenheit garantieren, und sie brauchen die Chance, selbstständig und in ihrem eigenen Tempo ihre Kräfte zu entwickeln und ihre Umwelt vielfältig zu erkunden. Wo das gewährleistet ist, sind sie in guten Händen.

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