Mittwoch, 11:21 Uhr

Medien

Die Welt aus zweiter Hand

Vorlesen? Später, Papa!

Kleine Kinder lesen anders. Ein neues Bilderbuch blättern sie vielleicht noch von vorn nach hinten durch, aber beim zweiten Anschauen suchen viele schon gezielt nach Details, die sie besonders fesseln: die Feuerwehr, ein Pferd, ein Kind, das sein Eis fallen lässt … Eltern, die den Kleinen die (knappen) Texte von Bilderbüchern „richtig“ vorzulesen versuchen, haben deshalb vorerst schlechte Karten. Erst recht haben (knapp) Zweijährige für Geschichten über mehrere Seiten noch keinen Sinn. Was sie interessiert, sind Bilder, aus denen sie mehr über ihre Welt erfahren. Und das funktioniert umso besser, wenn ihre Eltern (Großeltern, Tanten, …) mit ihnen darüber sprechen und den Kleinen dabei die Initiative überlassen – auch wenn die sich an Nebensachen festgucken.

Übrigens: Dem typischen „Lese“verhalten der Kleinsten kommen gut gemachte Bilderbuch-Apps sehr entgegen; das gilt besonders für Sachbilderbücher.

Hörmedien: Mitmachen, Mama!

Spiellieder und Klatschverse sowie Hörspiele und -bücher für die Minis gibt’s ja reichlich … Auch bei den Abspielmedien ist die Auswahl groß. Tablets & Co. ersetzen inzwischen in vielen Familien den klassischen CD- oder MP3-Player. Gerade bei jüngeren Kindern sind Musikboxen wegen ihrer leichten Bedienbarkeit beliebt.  

Wichtig ist: Hörmedien sollten altersgemäß und kindgerecht sein. Am besten vorher erst mal rein hören, ob die Inhalte qualitativ gut gemacht sind.  

Am sinnvollsten nutzen Eltern das Medium mit den Kindern gemeinsam: Zum Beispiel, indem sie zwei oder drei Lieder, Reime oder Kniereiter auswählen und mit den Kleinen dazu singen, tanzen oder spielen. Das fördert genaues Zuhören, (Nach-)Sprechen und (Mit-)Singen – und macht außerdem jede Menge Spaß.

Fernsehen: Aus(nahmsweise)!

Kein Fernsehen unter drei Jahren! Rät selbst die Initiative „Schau hin“, an der ARD und ZDF maßgeblich beteiligt sind. Mehr gibt’s dazu kaum zu sagen. Vielleicht noch so viel:

  • Dasselbe gilt für DVDs oder beim Streaming. Ein-, Zweijährige lernen durch Sinneserfahrungen, Ausprobieren und vor allem: im direkten und unmittelbaren Kontakt mit anderen Menschen.
  • Fernsehen wird für Kinder umso attraktiver, je mehr die Eltern davorsitzen. Medienerziehung fängt also mit Nachdenken über den eigenen Medienkonsum an.
  • Ausnahmen bestätigen die Regel. Eltern begehen keine Sünde, wenn sie zum Beispiel einem kranken Zweijährigen ein Stück aus dem „Sandmännchen“ genehmigen, um selbst kurz durchatmen zu können.

Smartphone & Co.: Wozu?

Das war lustig, als Oma mit Hanna die Rutsche auf dem Spielplatz runter gesaust ist. Oder – wuutsch!, nächster Film – wie Mama den Schneemann umgerannt hat! Wie sie den Spaß daran per Smartphone oder Tablet noch einmal erleben können, begreifen Kinder schnell. Sie sehen schon früh, wie Mama und Papa oder auch ältere Geschwister mobile Geräte nutzen. Auch hier gilt: Eltern sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein. Kinder ahmen gerne nach, was sie bei den „Großen“ beobachten.  

Und: So interessant wie erste Medienerfahrungen für die Kleinen sein mögen: Zweijährige brauchen unmittelbare sinnliche Erfahrung, Bewegung, Freiraum für die eigene Fantasie und Kontakt zu anderen Kindern. Die Faszination elektronischer Medien entdecken sie noch früh genug. Am besten erst ab drei Jahren – zeitlich begrenzt und aufmerksam begleitet von ihren Eltern.

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