Mittwoch, 16:54 Uhr

Nächtliche Störungen

Stammgäste im Elternbett

Leonie ist süße zweieinhalb Jahre alt. Jede Nacht wackelt sie schlaftrunken, ihren Kuschelhasen im Schlepptau, ’rüber ins Zimmer der Eltern, um dort zwischen Mama und Papa weiterzuschlafen.

Der gleichaltrige Mats zeigt sein Zimmer samt Spielbett, vom Papa selbst gebaut, stolz jedem Besucher und spielt auch gern mit anderen Kindern darin. Bloß wenn’s ums Schlafen geht, besteht Mats vehement auf dem großen Elternbett.

Ganz anders Luis: Er hatte zunächst ein Beibett im Elternschlafzimmer. Da er aber sehr unruhig schlief, versuchten seine Eltern, ihn probehalber im Kinderzimmer hinzulegen. Und siehe da: Luis schätzt offenbar die Ruhe – er schläft jetzt tiefer und länger.

Im eigenen Bett die ganze Nacht durchzuschlafen, ist für Kinder zwischen zwei und drei noch keineswegs selbstverständlich. Für manche jungen Eltern ist das kein Problem; sie haben sich mit einem Familienbett darauf eingestellt und überlassen ihren Sprößlingen, wann sie in ihr eigenes Bett umziehen möchten. Andere können sich mit einer Familienbett-Lösung nicht anfreunden, aus Platzgründen, weil ein Elternteil im Schichtdienst arbeitet und zu unregelmäßigen Zeiten aufstehen muss oder weil sie sich in ihrer partnerschaftlichen Intimität gestört fühlen. Manche befürchten auch, dass ihr Kind sich zu sehr daran gewöhnt und nie mehr freiwillig in sein eigenes Bett umziehen möchte. Gründe genug also darüber nachzudenken, ob und wie ihr Kleinkind woanders durchschlafen könnte.

Andererseits haben auch die Kinder gute Gründe, nicht durchzuschlafen. Bei manchen stellt sich der Organismus erst im Vorschulalter endgültig auf den üblichen Tag-Nacht-Rhythmus ein, anderen kommen erschreckende Erlebnisse, Streitereien auf dem Spielplatz oder auch Probleme in der Familie bis in den Schlaf nach (› Nächtliche Schrecken). Auch Kinder, die sonst zuverlässig durchschlafen, reagieren manchmal mit Schlafproblemen, wenn besondere Ereignisse die vertrauten Abläufe des Familienlebens durcheinanderbringen.

Warum auch immer: Nachts im Dunkeln aufzuwachen, ist für fast alle Kinder erst einmal erschreckend; was liegt da näher, als nach den Eltern zu rufen oder ins Elternzimmer zu laufen, um bei ihnen Geborgenheit zu tanken? Wenn es erlaubt ist, im Elternbett Zuflucht zu suchen, schlafen sie dort in der Regel schnell weiter; manche Eltern legen für ihre Kinder auch eine Matratze als „Notfall-Schlafplatz“ bereit, auf der es Zuflucht suchen kann, ohne sie zu stören. Andere bringen ihr Kind lieber in sein Bett zurück und leisten ihm dort noch für ein paar Minuten beruhigend Gesellschaft, damit es wieder einschlafen kann. Hauptsache, die Kinder spüren, dass die Eltern sie nicht alleine lassen.

Nächtliche Schrecken

Besonders beängstigend für Eltern wirken oft Nachtschreck-Attacken: Die Kinder sitzen mit aufgerissenen Augen im Bett, schreien laut, schlagen vielleicht sogar um sich; ihre Mienen verraten Angst und Verwirrung. Dabei sind sie nicht ansprechbar; auf Beruhigungsversuche reagieren sie wie Schlafwandler. Es kann bis zu einer Dreiviertelstunde dauern, ehe die Kinder ruhig weiterschlafen. Sorgen von Eltern, diese Attacken könnten auf eine seelische Störung hinweisen, halten Wissenschaftler aber für unnötig – solange die Episoden nicht ständig auftreten.

Besser können Eltern mit Albträumen umgehen, die (anders als der Nachtschreck) vor allem in der zweiten Nachthälfte auftreten. Danach nehmen die Kinder ihre Umgebung nämlich wahr und lassen sich trösten. Der Satz „Es war ja nur ein Traum!“ hilft allerdings nicht; Träume sind für die Kleinen noch auf Jahre hinaus Wirklichkeit. Die beste Hilfe zum Wiedereinschlafen ist Mamas und/oder Papas Nähe.

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