Dienstag, 18:41 Uhr

Geschwister

Geschwister sind gut zum Spielen und zum Streiten

So schön hatten die Eltern sich das vorgestellt. „Jetzt hat Sofia jemand, mit dem sie ­immer spielen kann!“, hofften sie, als Sara, ihr zweites Kind, geboren ­wurde. Und das zu Recht; denn tatsächlich leisten ­Geschwister sogar noch viel mehr für­einander.

Aber jetzt? „Mama, Sofia lässt mich nicht schaukeln.“ – „Sara hat mein Bild vollgekrickelt.“ – „Immer muss ich aufräumen. Dabei macht Sara viel mehr Unordnung.“ – „Finger weg von meinen Keksen, du Zwerg!“ Schreien, hauen, weinen, petzen – statt fröhlich miteinander zu spielen, fetzen sich die lieben Kleinen ausdauernd und mit Hingabe.

Immerhin: Das Gehacke hat auch gute Seiten. Sara und Sofia lernen dabei, Streit auszutragen und zu lösen. Jede sieht an der Reaktion ihrer Schwester, welche „Waffen“ Erfolg versprechen und welche nicht; die Eltern stellen klar, was erlaubt und was verboten ist. Ihren Freunden können Kinder den Laufpass geben, ihren Geschwistern nicht; also müssen sie sich zusammenraufen – ein ideales Übungsfeld für zwischen­mensch­li­ches Verhalten.

Das gemeinsame Spielen kommt darüber nicht zu kurz. Allerdings dürfen Eltern nicht zu viel erwarten; Vierjährigen – und erst recht ihren jüngeren Geschwistern! – fällt es oft noch schwer, auf andere einzugehen und eigene Wünsche zurückzustecken. Um so schöner, wenn’s trotzdem klappt! Geschwister sind aber nicht nur zum Spielen und zum Streiten gut:

  • Sie verändern die Gewichte in der Familie. Mit einem Kind wagen Eltern vielleicht noch einen Besuch im Museum. Mit zweien oder dreien ziehen sie lieber gleich zum Spielplatz.
  • Sie helfen, die Eltern auszuhalten. Wenn die mal wieder „blöd“ oder „ungerecht“ waren, leidet niemand so tröstlich mit wie Geschwister. Zudem lernen Geschwisterkinder, dass die Aufmerksamkeit der Eltern geteilt werden muss. Mehrere Kinder vermindern die Gefahr, dass die Eltern ein Kind verwöhnen oder durch ehrgeizige Erziehungsziele überfordern.
  • Geschwister bauen Brücken in die Umwelt. Vorerst profitieren davon vor allem die Jüngeren, die den Älteren eine Menge abgucken: vom Rollerfahren bis zum Kaugummi-Einkauf. Später werden die Bekanntschaften und Hobbys der „kleinen“ Geschwister auch die „Großen“ bereichern: Wenn Katrin (4) oft mit der Tochter eines Schreiners spielt, fällt dabei bestimmt auch eine Menge Bastelholz für ihren Bruder Patrick (7) ab.

Edelstein

Streithähne

Na toll! Den ganzen Tag schon beharken sich Martin (6) und Florian (4), und pünktlich zu Beginn der langen Autofahrt beginnt auch noch unser Baby Lena zu weinen! Mein inneres Thermometer nähert sich dem Siedepunkt. Da höre ich plötzlich unsere Großen einträchtig singen: „Lena ist so süß, Lena ist so lieb“ — nach einer Melodie, die sie gerade erfunden haben. Und fast augenblicklich beruhigt Lena sich! Womit haben wir nur so zauberhafte Kinder verdient?

Frederik, 34

Geschwister können allerdings auch zu Entwicklungs-Bremsern werden. Zum Beispiel, wenn die Eltern eins zum Maßstab für die anderen machen: „Kannst du dein Zimmer nicht aufräumen wie Sofia?“ Oder wenn sie die Kinder einseitig festlegen: Die Mädchen müssen Mama in der Küche helfen, die Jungen gehen Papa beim Auto­waschen und bei Heimwerker-Arbeiten zur Hand. ­Eltern sollten stattdessen versuchen, in jedem Kind seine ganz individuellen Vor­lieben und Stärken zu entdecken und zu ­fördern. So eröffnen sie ihren Söhnen und Töchtern die besten Chancen, die Vorteile des Geschwister-Lebens zu ge­nießen.

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