Montag, 07:20 Uhr

Erziehung

Beratung? Ja bitte!

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Das gilt gerade auch für Eltern, die Hilfe bei einer Erziehungsberatungsstelle suchen, sagt Beate Dahmen, Leiterin der Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Bistums Trier in Simmern (Hunsrück).

Wann brauche ich eine Erziehungsberatungsstelle?

Wenn ich mich verunsichert fühle und nicht mehr weiter weiß: Entwickelt mein Kind sich gut? Wie kann ich es unterstützen? Verhält es sich altersgemäß? Oder wenn ich sehe: Meinem Kind geht es nicht gut, es ist nicht glücklich mit seinem Leben. Oder wenn ich merke: Mutter, Vater und Großeltern praktizieren unterschiedliche Erziehungsstile, und unser Kind spielt uns gegeneinander aus.

Beratungsstellen sind also nicht nur für die „schweren Fälle“ da?

Überhaupt nicht. Uns ist es lieber, zehn Eltern kommen sehr früh und gehen nach einem Gespräch zufrieden nach Hause, als dass eine Familie zu lange wartet.

Kann ich auch kommen, wenn mein Partner nichts von einer Erziehungsberatung hält?

Ja. Wir drängen allerdings darauf, dass der Partner wenigstens einmal zum Erstgespräch mitkommt. Er (oder sie) spielt in der Familie eine zentrale Rolle, und deshalb ist es uns wichtig, seine Sicht auf das Kind kennen zu lernen. Im übrigen ändern viele bei diesem ersten Kontakt ihre Haltung und machen dann doch mit.

Was passiert beim ersten Gespräch?

Erziehungsberatung

Erziehungsberatungsstellen gibt es in jeder kreisfreien Stadt und jedem Landkreis. Die Adressen finden Eltern im Telefonbuch, im Internet unter www.dajeb.de oder durch Nachfrage bei der Stadt- oder Kreisverwaltung.

Online-Erziehungsberatung bieten zum Beispiel die Caritas (www.beratung-caritas.de) und die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (www.bke.de) an.

Wir erklären, wie wir arbeiten, vor allem auch unsere Schweigepflicht, hören sehr genau zu und versuchen, uns ein Bild zu machen: Mit welchen Sorgen kommen die Eltern? Was haben sie schon versucht? Was brauchen die Kinder? Wer ist sonst noch an dem Problem beteiligt? Dabei lassen wir natürlich schon unser Expertenwissen einfließen. Am Ende vereinbaren wir mit den Eltern, wie es weitergehen soll.

Und was kommt danach?

Viele Eltern sind schon mit den Impulsen zufrieden, die sie in diesem ersten Gespräch bekommen. Mit anderen vereinbaren wir weitere Gespräche, oft auch Familiensitzungen zusammen mit ihren Kindern und Jugendlichen, oder empfehlen ihnen ein Elternkurs oder Therapien für ihre Kinder.

Was müssen Eltern selbst zum Erfolg der Beratung beisteuern?

Vor allem die Offenheit, uns auch die Geheimnisse ihres Familienlebens anzuvertrauen, und die Bereitschaft, über das eigene Verhalten nachzudenken und es zu ändern. Leider ist bei manchen noch die Erwartung verbreitet, sie könnten uns ihr Kind gewissermaßen in Reparatur geben: Jetzt bringe ich es zur Erziehungsberatung, dann tut es, was ich erwarte. Das funktioniert nicht. Wir können Eltern die Auseinandersetzung mit ihren Kindern nicht abnehmen, aber wir beraten sie und machen sie stark dafür.

Erziehungsberatung wird inzwischen auch online angeboten. Geht das?

Je nach dem, worum es geht. Manche Probleme lassen sich tatsächlich auf diesem Weg klären; bei schwierigen, komplexen Sachverhalten fällt das allerdings im direkten Kontakt leichter. Auf jeden Fall bietet eine Online-Beratung eine gute Möglichkeit, Hemmschwellen zu überwinden.

Elternkurse

Informationen zu den verschiedenen „Kess-erziehen“-Kursen finden Sie unter www.kess-erziehen.de, eine Übersicht über standardisierte Elternkurse unter www.elternbriefe.de/elternkurse

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