Samstag, 13:36 Uhr

Fünfjährige im Umbruch

Motzig, trotzig, liebeshungrig

Paff! Die Tür knallt zu. Aber die bebende Wut ihrer Fünfjährigen spürt die Mutter noch deutlich. „Hau’ ab! Du Staubsauger-A…!“ hatte die Tochter sie angebrüllt. Sicher, auch früher gab’s Knatsch ums Aufräumen und Saubermachen; aber in diesem Ton! Was soll sie davon bloß halten? Etwas später schleicht dieselbe Tochter verheult und verlegen herein. „Bist du noch böse, Mama?“ Ihr Zimmer hat sie auch aufgeräumt …

Viele Eltern von Fünfjährigen erleben solche Wechselbäder. Die Kinder spüren einen Umbruch; manchmal wissen sie nicht, wohin sie gehören. Im Kindergarten sind sie jetzt die Größten und zeigen den „Zwergen“, wo’s langgeht. Hier und da nennen die Erzieherinnen sie schon „unsere Schulkinder“. Die Erstklässler auf dem Spielplatz dagegen lachen nur, wenn sie das hören.

Und auch die Eltern zu Hause behandeln sie noch wie Babys. Die widersprüchlichen Erfahrungen machen Fünfjährige unsicher. Außerdem erkennen sie immer klarer, dass auch die Eltern ihre Schwächen haben und keineswegs immer im Recht sind. Umso aufmüpfiger trumpfen sie auf und versuchen, sich selbst zu behaupten – manchmal bei nichtigsten Anlässen.

In einem anderen Winkel ihrer Seele sehnen die verunsicherten Fünfjährigen sich dagegen nach Zuwendung und Geborgenheit. Am dringendsten, wenn sie bei einem Wutanfall gerade die letzten Brücken zu den Eltern abgebrochen haben. Dann möchten sie sich am liebsten in Mamas Schoß kuscheln wie früher als Einjährige.

Die „Launen“ ihrer Kinder verlangen von den Eltern viel Verständnis und Geduld. Das hilft in der „zweiten Trotzphase“:

  • Dem Kind möglichst viel Selbstständigkeit zubilligen. Eltern vermeiden damit unnötige Zusammenstöße und stärken sein Selbstgefühl.
  • Bei einem akuten Wutanfall nicht versuchen, das Kind zur Vernunft zu bringen; es hat seine Gefühle jetzt einfach nicht im Griff. Am besten schonen Eltern ihre Nerven und überlassen den Wüterich erst einmal sich selbst.
  • Brücken bauen, wenn das Kind nach dem Gefühlssturm nicht aus der Trotzecke herausfindet. Einladungen zur Zusammenarbeit („Hilfst du mir mal beim Wäscheaufhängen?“) eignen sich dazu besonders.
  • Unverschämtheiten eindeutig zurückweisen und darauf bestehen, dass das Kind die Regeln des Zusammenlebens in der Familie einhält.
  • Dem Kind die Ausbrüche nicht nachtragen und auf Schmusebedürfnisse eingehen. Zurückweisungen („Nein, du hast mir zu weh getan!“) oder Ironie („Ich hab’ gedacht, du wärst schon fünf.“) verunsichern es dagegen nur noch mehr.
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