Samstag, 13:49 Uhr

Ein Tag in der Schule

Mit allen Sinnen lernen

Nicht in allen, aber in vielen Grundschulen hat sich seit der Kinderzeit der Eltern manches verändert. Das stellen Mütter und Väter fest, wenn ihre Kinder in die Schule kommen. Die „Elternbriefe – du und wir“ haben eine Mutter bei einem Besuch in der Klasse ihrer Tochter begleitet.

Nur die allerersten Minuten erinnern Petras Mutter an die eigene Schulzeit vor 30 Jahren. Nach dem Klingeln sammeln sich die Erstklässler in der „Aufstellzone“ des Schulhofs und gehen dann, von der Lehrerin geführt, „zwei und zwei“ in ihre Klasse.

Das erste, was Petras Mutter dort auffällt: Die Tische der Abc-Schützen stehen nicht in Reih’ und Glied, sondern in Sechsergruppen zusammen. Manchmal hocken die Mädchen und Jungen aber auch mitten im Klassenzimmer auf Teppichfliesen im Kreis. Oder sie gehen, wenn sie mit einer Aufgabe schneller fertig sind als andere, in einen Nebenraum und nehmen sich dort ein Bilderbuch oder Spielsachen.

Mit Kindern beten

Manchmal bin ich wütend.
Ich stampfe mit den Füßen
und kann mich selbst nicht leiden.

Dann brülle ich wie ein Löwe,
bin wild wie ein Tiger
oder brummelig wie ein Bär.

Lieber Gott,
bitte sei auch dann bei mir,
pass auf mich auf
und zeig mir,
dass du mich lieb hast.

Pia Biehl – aus:
Das große Gebetbuch
für die Kleinen;
© Verlag Kath. Bibelwerk /
Dt. Bibelgesellschaft, Stuttgart

Zweite Überraschung: Die Lehrerin richtet sich weniger nach dem Rhythmus der 45-Minuten-Schulstunde als nach der Ausdauer der Kinder. Als es zum Ende der ersten Stunde klingelt, arbeiten die Kinder einfach weiter. Aber mitten in der zweiten geht die Lehrerin mit ihnen hinaus auf den Hof; dort spielen sie „Plumpsack“.

Und vor allem: Die Kinder lernen ganz anders als früher. Nicht nur aus dem Buch, sondern mit allen Sinnen. Heute hat die Lehrerin zum Beispiel eine Grabbelkiste mitgebracht. „Hier drin habe ich einen großen Buchstaben aus Holz“, erklärt sie. „Versucht mal zu ertasten, welcher es ist. Wer’s weiß, sagt’s mir leise ins Ohr.“ Danach bekommen immer zwei Kinder gemeinsam eine Aufgabe. Die einen suchen aus einem Stapel von Bildkarten alle heraus, die ein Tier mit E zeigen: Ente, Zebra, Reh … Andere markieren auf der Tafel Wörter mit E. Petra und David arbeiten mit einem Kassettenrecorder. Am Nebentisch fahren zwei Kinder mit dem Finger ein Sandpapier-E nach. Die Lehrerin guckt mal hier zu, mal da, lobt die einen, hilft anderen mit einem Tipp weiter.

Immer nach ein paar Minuten wechseln die Kinder die Stationen. Und wenn es zwischendurch zu laut wird, schlägt die Lehrerin einen Triangel an; dann herrscht wieder geschäftige Ruhe. Oder sie schiebt ein Singspiel ein: „Was müssen das für Bäume sein, wo die großen Elefanten spazieren geh’n …“ Die Kinder ahmen nach, wie die Elefanten umherspazieren. Danach haben sie ihre Unruhe ausgetobt und arbeiten konzentriert weiter. Nur der Schluss ist wieder fast wie früher. Die Erstklässler fassen sich an den Händen und singen „Geht die Schule nun zu Ende“. In der Klasse von Petras Mutter hieß es „Hurra, ich bin ein Schulkind“. Aber es klingt genauso fröhlich wie damals.

Or use your account on Blog

Error message here!

Hide Error message here!

Forgot your password?

Or register your new account on Blog

Error message here!

Error message here!

Hide Error message here!

Lost your password? Please enter your email address. You will receive a link to create a new password.

Error message here!

Back to log-in

Close