Dienstag, 14:37 Uhr

Nach der Trennung

Freizeitväter nicht erwünscht

Früher ging man davon aus, dass Kinder nach einer Scheidung bei dem Elternteil leben sollten, der für die Erziehung besser geeignet ist. Die Kehrseite war: Der andere Elternteil fühlte sich oft entwertet. Das trug häufig dazu bei, dass er – meist war es der Vater – sich zurückzog und sein Kontakt zum Kind abbrach. Heute weiß man, dass das Fortbestehen der Beziehung zu beiden Elternteilen eine entscheidende Grundlage für eine stabile und gesunde Entwicklung von Scheidungskindern ist.

Deshalb geht man auch in den Gesetzestexten davon aus, dass beide Elternteile die Pflicht und das Recht zum Umgang mit den Kindern haben – und umgekehrt die Kinder das Recht auf Beziehungen zu beiden Elternteilen. Wenn das Familiengericht Sorge- und Umgangsrecht regelt, dann legt es oft bestimmte Zeiten für den Kontakt des getrennt lebenden Elternteiles mit dem Kind fest, zum Beispiel: im 14-tägigen Rhythmus ein Wochenende und bestimmte Anteile der Ferien. Das hat den Vorteil, dass erst einmal klare Regelungen gegeben sind und beide Elternteile und das Kind sich darauf einstellen können.

Noch besser ist es, wenn die Eltern mit dem Kind und miteinander klären, wie das Leben und die Kontakte nach einer Trennung gestaltet werden sollen. Dabei können Regelungen gefunden werden, die dem jeweiligen Entwicklungsstand angemessen sind. Besonders, wenn die Beziehung des Kindes zu einem Elternteil problematisch erscheint, müssen individuelle Lösungen gefunden werden. Gespräche in einer Erziehungsberatungsstelle oder beim Jugendamt können dann hilfreich sein. Gegebenenfalls wird auch ein „betreuter Umgang“ eingerichtet. Das heißt: In schwierigen Situationen werden Kontakte des Kindes mit einem Elternteil durch Fachleute begleitet und betreut.

Für das Kind ist es wichtig, zwei vollwertige Eltern zu behalten. Das gelingt nur, wenn der getrennt lebende sich nicht als Elternteil zweiter Ordnung versteht. Das bedeutet aber auch, nicht nur Freizeit mit dem Kind verbringen und Angenehmes erleben zu wollen. Gerade in schwierigen Situationen ist das Kind auf Mutter und Vater angewiesen. Der getrennt lebende Elternteil hat manchmal andere Möglichkeiten als der, der den Alltag mit dem Kind verbringt.

Oft sind getrennte Eltern in Gefahr, dem ehemaligen Partner beziehungsweise der ehemaligen Partnerin bei Problemen die Schuld zu geben. Sie sollten sich aber klar machen, dass es auch in „normalen“ Familien Probleme und Konflikte gibt und dass es zum Wohl der Kinder ist, wenn Vater und Mutter sie gemeinsam lösen. Das gilt auch, wenn sie geschieden sind.

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