Samstag, 13:44 Uhr

Taschengeld

Goldesel gibt's nur im Märchen

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Das gilt auch für den Umgang mit Geld. Kinder haben keine Ahnung davon, was das Leben kostet. Wie selbstverständlich fällt ihnen alles in den Schoß: Essen, Kleidung oder Spielzeug. Später, als Erwachsene, müssen sie dagegen selbst wirtschaften – ihr Geld einteilen, sparen oder „mit Verstand“ ausgeben. Hoffentlich glauben sie dann nicht immer noch: Das Geld liegt im Bankomat und wartet nur darauf, per Karte abgehoben zu werden …

Es lohnt sich also, Kindern diesen Irrtum frühzeitig bewusst zu machen. Zum Beispiel indem Eltern mit dem Nachwuchs immer mal wieder offen über das Familieneinkommen und die Ausgaben reden:  dass sie zwar für ihre Arbeit Lohn oder Gehalt bekommen, davon aber viele Ausgaben wie Miete, Strom, Heizung, Müllabfuhr, Benzin, Lebensmittel oder Kleidung bezahlen müssen. Arbeitslose Eltern, die von Arbeitslosen- oder Sozialgeld leben, können mit ihren Kindern auch darüber reden. Die Mädchen und Buben erfahren so, dass ihre Eltern sie auch in wichtigen Fragen ernst nehmen, und entwickeln umso eher Verständnis, Solidarität und die Bereitschaft, Wünsche zurückzustellen.

Genauso lehrreich sind für Kinder Erfahrungen im Umgang mit eigenem Geld, sprich: mit Taschengeld. Der Schulanfang wäre ein gutes Datum, auch auf diesem Gebiet einen ersten Schritt in die Selbstständigkeit zu erproben. Zum Beispiel könnten Eltern ihrem Nachwuchs anfangs wöchentlich eine bestimmte Summe, etwa einen Euro, zur freien Verfügung überlassen. Eine monatliche Auszahlung empfiehlt sich erst bei älteren Kindern, die schon Routine bei der Einteilung des Taschengeldes entwickelt haben.

Wichtig: Taschengeld sollte nicht an Bedingungen geknüpft werden. Das Kind kann das Geld für sich behalten, ohne davon notwendige Ausgaben für Schule oder Kleidung bestreiten zu müssen.

Es kann sein Geld auf eine größere Anschaffung hin sparen oder gleich wieder ausgeben – auch wenn es Müttern und Vätern manchmal schwer fällt zuzuschauen, wie ihr Kind sein Taschengeld komplett in Süßigkeiten umsetzt. Andererseits können sie Bitten um Nachschlag ohne Bedauern zurückweisen – wenn die Kasse leer ist, muss die Naschkatze eben auf Süßigkeiten verzichten. So lernen Kinder am nachhaltigsten, umsichtig mit ihrem Geld umzugehen.

Die Höhe des Taschengeldes können Eltern und Kinder gemeinsam besprechen. Als Maßstäbe bieten sich dabei zum einen das Einkommen und die Konsumgewohnheiten der Familie und zum anderen das Alter der Kinder an; zu wenig Taschengeld fördert den Lerneffekt ebenso wenig wie zu viel des Guten. Vielleicht hilft ein Austausch mit den Eltern der gleichaltrigen Freundinnen und Spielkameraden, die richtige Balance zu finden.

Allerdings kann die Neigung mancher Großeltern, den Enkeln öfter einen dicken Schein zuzustecken, die Erziehungsbemühungen der Eltern durchkreuzen. Muss aber nicht; vielleicht können alle Beteiligten ja vereinbaren, dieses Geld aufs Sparbuch einzuzahlen oder für eine größere Anschaffung wie ein Fahrrad oder ein teures Musikinstrument zu verwenden.

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