Samstag, 13:29 Uhr

Kinder und der Tod

Das Sterben gehört zum Leben

Über Tod und Sterben reden Erwachsene nur ungern. Schon gar nicht mit Kindern. Und wenn Kinder aus einem aktuellen Anlass über Tod und Sterben etwas wissen wollen, dann fehlen Eltern oft die Worte – vor allem dann, wenn sie selbst betroffen sind. Sie sind schnell versucht auszuweichen oder abzulenken. Oder sie glauben, die Kinder davor bewahren zu müssen, mit der schrecklichen Wirklichkeit des Todes in Berührung zu kommen. Sie möchten sie schonen.

Doch der Versuch, den Fragen der Kinder auszuweichen, bewirkt eher das Gegenteil: Sie fühlen sich allein gelassen. Wann immer Kinder über den Tod sprechen wollen, verdienen sie deshalb eine klare, kindgemäße Antwort. Eltern können offen und ehrlich darüber sprechen und die Kinder dabei auch von ihren Vorstellungen über den Tod erzählen lassen. Am besten versuchen Mütter und Väter ihren Kindern deutlich zu machen, dass der Tod zum Leben gehört. Es gibt viele Gesprächsanlässe im Alltag, zum Beispiel beim Tod eines Tieres, die sie dazu nutzen können.

Wenn der Tod eines nahen Familienmitgliedes bevorsteht, können Eltern ihre Kinder behutsam und rechtzeitig darauf vorbereiten. Sie können ihnen erklären, dass die Oma oder der Opa alt und schwach ist und bald sterben wird. Es ist eine schlimme Erfahrung für das Kind, wenn es durch die vermeintliche Fürsorge der Erwachsenen ausgeschlossen wird. Denn es spürt die Veränderungen im Verhalten der anderen, kann sie sich aber nicht erklären.

Vor allem wenn ein Mensch gestorben ist, den das Kind gut kannte, braucht es die Gelegenheit, sich intensiv mit dem Tod und dem Sterben auseinander zu setzen. Die Erwachsenen können viel mit ihm darüber reden und dabei auch die eigene Betroffenheit und Trauer zum Ausdruck bringen.

Worte der Bibel

Der Herr ist mein Hirte,
nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz
am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden,
treu seinem Namen.

Muss ich auch wandern
in finsterer Schlucht,
ich fürchte kein Unheil;
denn Du bist bei mir,
Dein Stock und Dein Stab
geben mir Zuversicht.

Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
Du füllst mir reichlich den Becher.

Lauter Güte und Huld werden
mir folgen mein Leben lang,
und im Haus des Herrn darf ich
wohnen für lange Zeit.

Psalm 23

Es ist besser, seine Gefühle zu zeigen als sich zu verstellen, weil man angeblich vor dem Kind nicht weinen  darf. Wer das Kind in die eigene Trauer einbezieht, kann auch gemeinsam mit ihm trauern. Das hilft allen am besten über den ersten Schmerz des Verlustes hinweg.

Außerdem sollten Eltern es ihrem Kind ermöglichen, sich von dem geliebten Menschen zu verabschieden. Vor der Beerdigung können sie mit ihm noch einmal zum (offenen) Sarg gehen, für den Verstorbenen eine Kerze anzünden und für ihn beten, zum Beispiel das Vaterunser oder das „Gegrüßet seist du, Maria“. Das Kind kann ihm auch eine Blume oder etwas Selbstgebasteltes zum Abschied mit ins Grab geben. Bei Friedhofsbesuchen wird deutlich, dass der Verstorbene nicht vergessen ist.

Das Abschiednehmen am Sarg des Toten ist für Kinder umso wichtiger, je näher er ihnen gestanden hat. Wenn zum Beispiel Vater, Mutter oder Großeltern gestorben sind, sollten Kinder sie auch noch als Tote sehen dürfen. Selbst kleine Kinder können den Anblick eines toten Menschen besser verkraften als die hilflosen Versuche der Erwachsenen, sie davor zu bewahren. Am besten hilft es den Jungen und Mädchen, wenn sie ihre Erlebnisse, Gefühle und Erinnerungen aussprechen oder auf andere Weise ausdrücken dürfen, zum Beispiel durch Malen.

Über den Tod reden heißt auch: Über die Hoffnung auf das reden, was nach dem Tod passiert. Für Christen ist klar: Gott will den Menschen ein neues, unzerstörbares Leben schenken – auch wenn sie über das „Wie“ des Lebens im Jenseits nichts wissen; sie dürfen aber glauben, dass sie in Gott geborgen sind. Die Menschen können mit ihrer Liebe am Tod des Menschen, den sie gern haben, nichts ändern. Die Liebe Gottes jedoch ist mächtiger und kann auch den Tod überwinden. Seiner Liebe vertrauen die Gläubigen die Toten an. In seiner Liebe sind sie geborgen – mehr noch als das Kind auf dem Schoß von Vater oder Mutter.

Trotz dieser Hoffnung bleibt der Schmerz über den Verlust des geliebten Menschen. Christlicher Glaube nimmt dem Tod nichts von seiner Grausamkeit. Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tode hilft jedoch, trotzdem die Freude am Leben vor dem ewigen Leben nicht zu verlieren.

Doch wie kann man das einem Kind deutlich machen, das etwa fragt: „Wie kann die Mama in den Himmel kommen, wenn wir sie doch beerdigen?“ Vielleicht hilft dann ein Vergleich: Die Raupe überlässt ihren Kokon dem Erdboden, und heraus kommt ein wunderschöner bunter Schmetterling.

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