Sonntag, 12:50 Uhr

Entwicklung

Immer noch nicht trocken …

Die meisten Fünfjährigen sind im Großen und Ganzen sauber. Umso empfindlicher trifft es Eltern, wenn das eigene Kind immer noch oder plötzlich wieder ins Höschen macht, und das mehrmals in der Woche! Die nächtlichen Störungen, die ständige Wascherei von Hosen und/oder Bettwäsche, die peinlichen Ausreden, wenn Freunde oder Verwandte es zum Übernachten einladen ... Verständlich, wenn Eltern über diesen Stress mehr und mehr in eine ständige Vorwurfshaltung gegenüber ihrem Kind hineingeraten. Für die Kleinen wäre das doppelt schlimm. Sie spüren ja selbst, dass sie den Ansprüchen ihrer Umwelt nicht genügen, werden vielleicht sogar von anderen Kindern gnadenlos gehänselt; umso mehr brauchen sie jetzt Rückhalt bei den Eltern. Die notwendige Gelassenheit und Unterstützung fällt Müttern und Vätern leichter, wenn sie über das „Einnässen“ Bescheid wissen. Zum Beispiel über die Verbreitung: Selbst jedes zehnte Siebenjährige ist davon noch betroffen. Oder über die möglichen Ursachen: Sie reichen von verzögerter Reife – jedes zehnte Kind wird von alleine „von heute auf morgen“ trocken! – über Harnwegsinfektionen, Störungen der Blasenfunktion oder im Hormonhaushalt bis hin zu seelischen Problemen. Ganz wichtig ist dabei die Unterscheidung von „primärer“ und „sekundärer Enuresis“ (wie das Einnässen bei den Kinderärzten heißt).

Also: War das Kind noch nie oder doch schon einmal für längere Zeit trocken? Vor allem im zweiten Fall stecken oft belastende Erlebnisse wie die Geburt eines Geschwisterchens, der Tod von geliebten Großeltern oder ein Umzug dahinter.

Klar, dass diese vielfältigen Ursachen jeweils auch andere Gegenmaßnahmen erfordern. Deshalb tun Eltern gut daran, nicht auf eigene Faust an ihrem Kind herumzudoktern, es etwa nachts regelmäßig zu wecken, seine Trinkmenge einzuschränken oder es mit einer „Klingelhose“ schlafen zu lassen. Besser sichern sie sich fachliche Unterstützung. Die erste Adresse dafür ist der Kinderarzt (Adressen von Spezialisten finden Eltern im Internet unter www.initiative-trockene-nacht.de), bei seelischen Problemen helfen auch Erziehungsberatungsstellen weiter. Das Wichtigste bei all dem bleibt: den Druck, den das Kind selbst schon spürt, durch die Behandlung nicht noch zu verstärken. Gut deshalb, wenn Eltern die Folgen akuter Missgeschicke zusammen mit den Kindern schnell und ohne Vorwürfe beseitigen. Geduld zu wahren bedeutet jedoch nicht einfach Nichtstun. Denn damit wäre dem Kind auch nicht geholfen. Vielmehr muss es spüren: Da ist ein Problem. Aber zusammen mit Mama und Papa kriege ich das in den Griff!

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