Freitag, 13:07 Uhr

Hausaufgaben

„Das ist deine Sache!“

Hausaufgaben sind dazu da, den in der Schule besprochenen Stoff zu Hause zu üben; außerdem sollen Kinder dabei lernen, selbstständig zu arbeiten. Das gelingt aber nur, wenn sie die Hausaufgaben als ihre eigene Sache ansehen und sich dafür verantwortlich fühlen. Das wiederum setzt voraus, dass ihre Eltern sich nicht dafür verantwortlich fühlen.

Andernfalls eignen sich Hausaufgaben hervorragend als Schauplatz für Machtkämpfe zwischen Eltern und Kindern. Manche Mutter sitzt auf heißen Kohlen, weil ihr Sohn beim Schreiben, Rechnen und Lesen stundenlang herumtrödelt; andere ärgern sich, weil ihr Nachwuchs die Hausaufgaben ohne jede Sorgfalt hinschludert. Dabei würden viele Probleme dieser Art sich von selbst erledigen, wenn die Mutter sich nachmittags mit anderen Arbeiten beschäftigen oder die Kleckserei ihrer Tochter weniger aufgeregt kommentieren könnte …

Am besten lassen Eltern ihre Kinder die Hausaufgaben also allein erledigen, ohne ihnen dabei über die Schulter zu schauen oder ständig zu kontrollieren. Selbstverständlich dürfen und sollen Mütter oder Väter helfen, wenn ihr Kind eine Frage hat. Das muss aber nicht gleich heißen, sie erschöpfend zu beantworten; vielleicht genügt auch ein Hinweis, wo oder wie es die Antwort selbst fin-den kann. Und auf jeden Fall kann es danach alleine weiterarbeiten.

Die Eigenverantwortung der Kinder bedeutet auch:

  • Wer sich die Hausaufgaben nicht gemerkt hat, muss selbst handeln, zum Beispiel einen Mitschüler um Hilfe bitten oder sich am nächsten Tag bei der Lehrerin entschuldigen.
  • Wer eine Aufgaben nicht versteht, sagt das besser der Lehrerin, statt sich von den Eltern helfen zu lassen. Nur so erfährt sie, was ihre Schüler verstanden haben und was nicht.
  • Wann Kinder ihre Hausaufgaben erledigen, hängt von ihrem eigenen Rhythmus ab. Die eine brennt darauf, gleich nach der Schule loszulegen, der andere braucht zuerst eine Pause.

Übrigens: Auch wenn sie einen eigenen Schreibtisch in ihrem Zimmer haben, arbeiten viele ABC-Schützen erfahrungsgemäß lieber in der Nähe von Mutter oder Vater, also am Küchen- oder Wohnzimmertisch.

Erwünscht ist die Einmischung der Eltern

  • bei Lese-Übungen; da braucht das Kind tatsächlich einen lesekundigen Partner,
  • wenn das Kind erkennbar mit den Hausaufgaben überfordert ist, zum Beispiel als Erstklässler regelmäßig länger als eine halbe Stunde daran sitzt. Wenn dann auch Vorschläge der Eltern zur Verbesserung der Arbeitsweise nicht helfen, ist ein Gespräch mit der Lehrerin angesagt. Und wenn andere Eltern mit ihren Kindern die gleichen Erfahrungen machen, lohnt sich auch ein Elternabend darüber.

Überhaupt tun Eltern gut daran, die Lehrerin gleich zu Anfang des Schuljahrs nach ihren Erwartungen in Sachen Hausaufgaben zu fragen. Umso gelassener und sicherer können sie später mit den Leistungen ihrer Kinder umgehen.

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