Sonntag, 05:50 Uhr

Langeweile

Zum Gähnen lähmend lustlos

Atempause

Trau deinem Herzen

Abenteuer Leben
Abenteuer Alltag
Eintönigkeit
oder Neugier
auf Begegnungen
Zu-Fälle
Entdeckungen
unzählige spontane Entscheidungen

Trau deinem Herzen
und
lade das Leben ein

Margot Bickel
Trau deinem Herzen. S. 39. Aus: dies.; Trau deinem Herzen © 2018, Verlag am Eschbach, ein Unternehmen der Verlagsgruppe Patmos in der Schwabenverlag AG www.verlag-am-eschbach.de

Bis vor ein paar Tagen noch lag Jonas oft stundenlang auf dem Fußboden seines Zimmers und spielte mit dem Bauernhof. Zur Freude seiner Eltern: „Er kann sich so gut allein beschäftigen!“ Doch neuerdings pfeffert Jonas die Tiere lustlos in die Ecke, starrt mürrisch vor sich hin und will am liebsten ständig mit Mamas Smartphone spielen oder fernsehen.

Ann-Christin fühlt sich gerade völlig verlassen, weil ihre Freundin Sina in den Ferien zu den Großeltern gefahren ist. Ständig hängt sie auf Mamas Schoß und will Uno spielen.

Pierre hat die Windpocken überstanden, ist aber noch nicht richtig fit. Er möchte gerne weiter auf dem Sofa liegen und sich von Papa Kasperle vorspielen lassen. Obwohl Papa längst die Ideen ausgehen ...

Langeweile. Es wird noch eine Weile dauern, bis Kinder diesen lästigen Zustand selbst benennen können. Vor allem erwarten sie, dass den Großen etwas dagegen einfällt. Für Eltern ist das eine Geduldsprobe, denn sie wissen: Alles, was sie vorschlagen, ist doch nicht richtig ...

Langeweile ist ein vorübergehendes Gefühl innerer Leere, das auch Erwachsene zuweilen spüren. Es fühlt sich zäh an und lähmend lustlos. Die sprichwörtliche „gähnende Langeweile“ bringt es auf den Punkt. Man weiß nicht wohin mit sich, die Zeit zieht sich wie Kaugummi. Unzufriedenheit macht sich breit.

Erwachsene haben schon Erfahrung damit und wissen: Es geht vorbei. Kinder dagegen spüren nur die momentane Leere und erhoffen Erlösung von den Erwachsenen. Die fühlen sich dann oft unter Druck, ein Animationsprogramm zu erfinden, das die Kinder wieder glücklich macht. Notfalls müssen eben Fernsehen und Internet die Leere überbrücken. Das Dumme ist nur: Danach ist die Unzufriedenheit sofort wieder da ...

Stattdessen können Eltern einfach versuchen, der Langeweile mit Zutrauen zu begegnen: „Okay mein Schatz, ich merke schon, dir ist langweilig. Wie ich dich kenne, ist das bald vorbei, und dir fällt etwas ein.“ Darin steckt eine dreifache Botschaft. Sie bestärkt die Kinder erstens in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Selbstverantwortung: Für deinen Zeitvertreib bist du selbst zuständig, und du schaffst das. Sie fordert zweitens ihre Kreativität heraus, eigene interessante Beschäftigungen für sich zu finden. Und sie tröstet drittens: Es geht vorbei!

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