Samstag, 23:14 Uhr

Einzelkinder

Vorsicht, Vorurteile!

Bei manchen Eltern hat es einfach nicht geklappt mit dem zweiten Kind. Bei anderen sprachen die ungesicherten beruflichen Perspektiven dagegen. Oder die schlechten Erfahrungen mit Geschwistern in der eigenen Kindheit. Warum auch immer: Jetzt ist das Kind sechs Jahre alt, und es zeichnet sich deutlich ab, dass es ohne Geschwister aufwachsen wird. Als Einzelkind.

So ganz wohl fühlen sich viele Eltern nicht dabei. Dafür sorgen schon die Fragen der Großeltern: „Soll Antonia wirklich ein Einzelkind bleiben?“ Die Überzeugung, dass Einzelkinder sich anders, sprich: unvorteilhafter entwickeln als Geschwister, sitzt tief. Sie seien einsam, egoistisch, altklug, glauben viele. Die einen haben festgestellt: Einzelkinder würden von ihren Eltern mit Aufmerksamkeit überschüttet, überbehütet und geradezu erdrückt. Die anderen prophezeien, Einzelkindern drohe die seelische Vernachlässigung, weil ihren Eltern Beruf und Freizeit wichtiger seien als der Nachwuchs. Dass beide Behauptungen sich direkt widersprechen, kann ihre Verfechter kaum erschüttern.

Die Geschwisterforschung hat dies alles jedoch längst als Vorurteile entlarvt. Ob Kronprinz, Sandwich-Kind, Nesthäkchen oder eben Einzelkind – jede Geschwister-Position, so die Überzeugung der Entwicklungspsychologen, eröffne einem Kind ganz eigene Chancen, berge aber auch Risiken.

  • Einzelkinder müssen nicht mit Geschwistern um die Zuwendung der Eltern buhlen. Sie können sich aber auch nicht mit ihnen gegen die Eltern verbünden.
  • Eltern können ihre Einzelkinder intensiver fördern. Umso mehr bekommen die Kinder auch den Ehrgeiz und Enttäuschungen der Eltern zu spüren.

Und so weiter. Vorteile und Risiken erweisen sich also als die beiden Seiten ein- und derselben Medaillen. Entscheidend ist deshalb, wie die Eltern damit umgehen.

Gut deshalb, wenn sie

  • dafür sorgen, dass ihr Einzelkind viel unter andere Kinder kommt. Es braucht sie als Lernfeld für soziales Verhalten.
  • ihrem Kind etwas zumuten und zutrauen, zum Beispiel Mitarbeit im Haushalt. Das fördert seine Selbstständigkeit und verhindert, dass es sich zum Pascha oder zur Prinzessin entwickelt.
  • sich mit anderen Eltern austauschen. Das hilft ihnen, das eigene Erziehungsverhalten zu überdenken.
  • ihr Kind zuverlässigen „Miterziehern“ anvertrauen. Großeltern, Erzieherinnen, Lehrer, Gruppenleiter und Trainer können Kindern helfen, neue Talente zu erproben.
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