Mittwoch, 16:57 Uhr

Stieffamilien

Die Kinder in der Zwickmühle

Gut Ding will Weile haben. Auch das Zusammenraufen in Stieffamilien braucht oft Zeit, bis es gelingt.

Wenn Frauen oder Männer, deren Partner oder Partnerinnen verstorben sind oder die sich getrennt haben, neue Partnerschaften eingehen, ist das für sie selbst ein schönes Ereignis. Ganz anders empfinden oft die Kinder. Für sie können diese neuen Beziehungen mit besonderen Schwierigkeiten verbunden sein.

Wie sich das Zusammenleben in einer Stieffamilie entwickelt, hängt von vielen Dingen ab:

  • Wie alt sind die Kinder?
  • Wie viel Zeit ist seit dem Tod von Vater oder Mutter oder der Trennung der Eltern vergangen?
  • Wie ist die Beziehung zum getrennt lebenden Elternteil?
  • Hat der neue Stiefvater oder die neue Stiefmutter selbst auch Kinder, sind also plötzlich Stiefbrüder oder Stiefschwestern da?

Wenn es schon bald nach einer Trennung der leiblichen Eltern zu neuen Partnerschaften kommt, geraten Kinder oft in Konflikte. Dann werden unter Umständen der neue Elternteil und dessen ganze Familie abgelehnt oder es gibt ständig Streit mit den neuen Geschwistern. So wird die Harmonie gestört, die sich die Eltern gerade jetzt wünschen. Damit können Kinder die Störenfriede im Leben der neuen Familie werden. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass sich die Beziehung zwischen Kindern und Stiefeltern zunächst problemlos gestalten, dass aber später plötzlich Schwierigkeiten auftauchen: Das Kind beachtet Stiefvater oder Stiefmutter nicht mehr oder scheint sie abzulehnen.

Grund für solche Verhaltensweisen ist meist die innere Verbundenheit mit dem leiblichen Elternteil: Vielleicht gerade, wenn das Kind Stiefmutter oder Stiefvater mag, kann es diese Zuneigung als „Verrat“ am verstorbenen oder geschiedenen leiblichen Elternteil empfinden – und kämpft deshalb gegen seine neue Beziehung.

Stiefmutter und Stiefvater sollen die leiblichen Eltern nicht verdrängen und auch nicht ersetzen wollen. Je klarer ihnen das ist, umso besser können sie ihre Rolle als „soziale Eltern“ wahrnehmen. Sie können dem Kind eine gute Beziehung anbieten, müssen aber kein enges gefühlsmäßiges Verhältnis zum Stiefkind haben. Gerade wenn sie große Zuneigung zum Stiefkind entwickeln, ist ihre Enttäuschung um so größer, wenn es ihnen erklärt, dass sie ja doch nicht der richtige Papa oder die richtige Mama sind. Dasselbe gilt natürlich auch für die übrige Verwandtschaft, die das „neue Kind“ in ihr Herz geschlossen hat.

Wenn die Erwartungen nicht allzu hoch geschraubt werden, ist die Gefahr von Enttäuschungen geringer, und das Leben als Stieffamilie kann für alle zu einer positiven Erfahrung werden.

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