Dienstag, 23:04 Uhr

Kinder aus dem Ausland

Das Zuckerfest und Ostern

Das Zuckerfest und Ostern

Schon in der Kita kommen Kinder verschiedener Nationalitäten zusammen und spielen meist ganz unbefangen miteinander. Jetzt, in der Grundschule, beginnen sie, sich bewusster mit „Fremdem“ auseinander­zusetzen – auch weil Reaktionen und Aussagen von Erwachsenen in ihrer Umgebung sie spüren lassen, dass es mit Nesrin und Emeka vielleicht etwas Besonderes auf sich hat.

Von sich aus verstehen Kinder ungewohntes Verhalten von anderen erst einmal als individuelle Eigenheit und nicht als „typisch“ für deren Herkunft. Nesrin futtert in der Pause Fladen statt Butterbrote – na und? Lukas hat immer Müsli­riegel dabei … Und dass Emeka kein Wort Deutsch spricht – Urs, dessen Familie gerade aus der Schweiz zugezogen ist, verstehen die anderen Kinder manchmal auch nicht. Andere deshalb in Schubladen wie „Afrikaner“, „Türken“, „Russen“ oder „Asylbewerber“ einzusortieren, wäre den meisten Kindern bisher nicht eingefallen.

Jetzt kommt es sehr auf die Eltern an. Wie reagieren sie, wenn Nils zu Hause von Nesrin erzählt, die immer mit Said zusammen kluckt und deren Sprache er nicht versteht?

  • „Seit wann sind die denn in der Klasse?“
  • „Ach, die sind Syrer. Du hast doch genug andere Kinder zum Spielen!“
  • „Wenn du magst, kannst du die beiden ja mal einladen.“
  • „Bald habt ihr nur noch ausländische Kinder in der Klasse, und Deutsch spricht kaum noch einer.“

Was andere Kinder dürfen oder nicht dürfen, wie sie sich kleiden, wie und was sie essen, wie sie sprechen, was sie spielen, ob, wie und wann sie beten oder feiern – darüber beginnen Kinder in diesem Alter nachzudenken. Und besonders in Schulen mit vielen ausländischen Kindern versuchen Lehrkräfte oft, deren Anwesenheit und Geschichte zur Erweiterung des Horizonts und als Bereicherung für alle Schüler zu nutzen, zum Beispiel indem sie in der Klasse nicht nur Weihnachten und Ostern, sondern auch das „Zuckerfest“ Bayram am Ende des Fastenmonats Ramadan feiern. Schön, wenn Eltern solche Erfahrungen ihrer Kinder wohlwollend und mit Interesse begleiten. Denn daran kann sich entscheiden

Edelstein

Kinder, Kinder

27 Gastkinder beim Kindergeburtstag?
Irre, oder? Linus wollte die ganze Fußballmannschaft einladen. Er hatte Ideen und wollte viel zur Feier beitragen. Also: ein Fußball­turnier auf dem Bolzplatz, Anfang Dezember, mit heißem Kakao, Kuchen und Medaillen für alle.
Am Abend fahren wir mit einem erschöpft strahlenden Geburtstagskind heim; Linus hatte eine Geburtstagsfeier, von der er (und einige andere) noch lange träumen. Und wir Eltern sind froh, dass wir uns auf das Experiment eingelassen haben.

Elisabeth, 37

  • ob ihre Kinder den „fremden“ neugierig und weltoffen begegnen und ihre anderen Essgewohnheiten, Spiele, Lieder, Tänze … als Anregung und Gewinn erfahren,
  • oder ob sie eher vorsichtig und ängstlich oder vielleicht sogar abwertend und aggressiv reagieren, Kontakte meiden und so Ab- und Ausgrenzungen aufgebaut werden,
  • aber auch: ob sie Dankbarkeit entwickeln für den Frieden und Wohlstand hierzulande – und gleichzeitig Verständnis für das weniger privilegierte oder gar lebensgefährliche Dasein anderswo, aus dem Flucht der einzige Ausweg ist.

Nicht zuletzt hilft die Begegnung mit Menschen anderer Kulturen Kindern und ihren Eltern auch, die eigene wieder bewusster wahrzunehmen. Die Muslime fasten im Ramadan – ja, aber haben nicht auch wir Christen „unsere“ Fastenzeit und wie gehen wir damit um? Und ist Ostern einfach eine Parallele zum Zuckerfest oder etwas anderes?

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