Montag, 07:17 Uhr

Kinder aus dem Ausland

Neugierig auf Zuckerfest und Fladenbrot

Spätestens in der Schule kommen Kinder verschiedener Nationalitäten miteinander in Berührung. Sie lernen andere Lebensformen kennen und bekommen Eindrücke von anderen Kulturen. Und spätestens jetzt beginnen sie auch, sich mit „Fremdem“ auseinander zu setzen.

Von sich aus verstehen Kinder fremdes und ungewohntes Verhalten anderer Kinder erst einmal als individuelle Eigenheit und nicht als typisch für deren Herkunft. Es fällt ihnen auf, dass ein bestimmtes Mädchen immer Fladen statt Butterbrote mit zur Schule bringt. Sie merken, dass es schwer ist, sich mit einem bestimmten Jungen zu verständigen, weil er anders spricht und weil er sich mit seinen Freunden oft in einer fremden Sprache unterhält.

Worte der Bibel

Ihr seid alle durch den Glauben
Söhne Gottes in Christus Jesus.
Es gibt nicht mehr Juden und Griechen,
nicht Sklaven und Freie,
nicht Mann und Frau;
denn ihr alle seid „einer“
in Christus Jesus.

Galater-Brief 3,26.28

Aber Kinder nehmen auch die Bewertungen und Tendenzen auf, die in den Aussagen Erwachsener über Ausländer mitschwingen – lange, bevor sie selbst bewusst mit Kategorien wie „Afrikaner“, „Türken“ oder „Russen“ umgehen. Wenn Peter zu Hause erzählt, dass Sergej immer mit Nicolai zusammen ist und dass er die beiden nicht verstehen kann, dann kommt es auf die Reaktion der Eltern an. Sagen sie: „Ach, das sind Russen. Lass’ die doch bloß!“? Oder zeigen sie Interesse und fragen Peter, wie lange Sergej und Nicolai schon in der Klasse sind und ob er schon einmal mit ihnen gespielt hat? Oder fragen sie ihn vielleicht sogar, ob er die beiden nicht einmal einladen will?

Was andere Kinder dürfen oder nicht dürfen, wie sie sich kleiden, wie und was sie essen, wie sie sprechen, was sie spielen, ob, wie und wann sie beten oder feiern – darüber beginnen Kinder in diesem Alter nachzudenken. Es ist sehr von den Eltern, den Gesprächen mit ihnen und ihren Lebensgewohnheiten abhängig,

  • ob die Kinder eine eher vorsichtige und ängstliche Einstellung entwickeln, ob sie Kontakte mit ausländischen Kindern eher meiden – und so Ab- und Ausgrenzungen aufgebaut werden,
  • ob sie vielleicht sogar eine negative, abwertende und vielleicht aggressive Haltung einnehmen („Bald habt ihr nur noch ausländische Kinder in der Klasse. Wer spricht bei euch denn noch deutsch?“)
  • oder ob das Verhalten ausländischer Kinder Interesse zum Beispiel an ihren Essgewohnheiten oder ihrer Sprache weckt – und die einheimischen Kinder so bereichert und weltoffen werden.

In Schulen mit einem hohen Anteil ausländischer Kinder versuchen Lehrer oft, auch deren Feste zu feiern – zum Beispiel das „Zuckerfest“ Bayram am Ende des Fastenmonats Ramadan. Schön, wenn Eltern solche Erfahrungen ihrer Kinder wohlwollend und mit Interesse begleiten. Sie könnten zum Beispiel darüber sprechen, dass es ja auch bei Christen eine Fastenzeit und ein anschließendes (Oster-)Fest gibt. So helfen sie, Andersartiges und zugleich die eigenen Lebensgewohnheiten und die eigene Kultur zu sehen und zu verstehen.

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