Freitag, 05:56 Uhr

Lehrer, Freunde, Pausenspiele

Schule ist nicht nur Lernen

Lehrerinnen von Erst- und Zweitklässlern erzählen oft, mit welcher Lust zu lernen die Kinder in die Schule kommen. Sie sind wissbegierig, interessiert und gehen mit ihrer neuen Situation ganz unbefangen um. Dazu gehören auch viele Erfahrungen, die mit dem eigentlichen Lernen nur am Rande zu tun haben. Gut, wenn Eltern auch dafür ein offenes Ohr haben.

Zum Beispiel für die Versuche und Schwierigkeiten ihrer Kinder, mit den Lehrern und bisher fremden Kindern klarzukommen. Dabei erleben Kinder manchmal Enttäuschungen und entwickeln Ängste, die am Ende auch das Lernen beeinträchtigen können.

Vielleicht hat das Kind einmal eine falsche Antwort gegeben, wurde dafür verspottet und traut sich jetzt nicht mehr, sich zu melden? Oder es ist allzu eifrig, möchte ständig zeigen, was es weiß und kann – und macht sich dadurch bei anderen unbeliebt? Oder es hätte gern einen bestimmten Jungen zum Freund – aber dem sind andere wichtig?

Für die meisten Grundschulkinder ist es äußerst wichtig, wie sich ihre Beziehung zur Lehrerin oder zum Lehrer gestaltet. Hat die Lehrerin andere Kinder (scheinbar) lieber? Darf ein Kind auch einmal etwas „Falsches“ sagen? Hat sie ein offenes Ohr, wenn ihr ein Kind etwas erzählen will, das nicht unmittelbar zur Schule gehört?

Eltern tun gut daran, sich nicht nur für die Hausaufgaben ihres Kindes zu interessieren und für das, „was ihr heute gelernt habt“. Ganz andere Dinge sind oft entscheidend dafür, wie sich ein Kind fühlt und ob es gern zur Schule geht. Da ist es wichtig hinzuhören: Wie sieht es sein Verhältnis zur Lehrerin und zu den anderen Kindern? Und bei Problemen mit ihm zusammen zu überlegen: Was könntest du anders machen? Selbst wenn sich Dinge nicht ändern lassen: Oft hilft es schon, dass die Eltern Frust und Enttäuschungen verstehen.

Manchen Kindern fällt es schwer, über Misserfolge oder Sorgen zu sprechen. Doch wenn Vater und Mutter sich auch für ganz banale Geschichten interessieren und sie sich erzählen lassen, kommen die Probleme vielleicht doch zur Sprache und lassen sich angehen. Selbst eingreifen sollten Eltern allerdings nur dann, wenn sich schwierige Situationen verfestigen. Denn: Wenn Vater oder Mutter ständig die Dinge in die Hand nehmen, lernen die Kleinen nicht, wie sie es selbst machen können. Und Kinder, deren Eltern sich dauernd einmischen, sind nicht immer die beliebtesten … Übrigens: So wie Randerscheinungen den Schulbesuch zur Last machen können, so können auch Pausenspiele, ein neuer Freund oder eine gelungene Gemeinschaftsaktion der Klasse die Schule in ein positives Licht rücken. Und Interesse der Eltern auch für solche Dinge vermittelt: Schule ist nicht nur Lernen.

Das kann auch dazu beitragen, Lern-probleme erst gar nicht aufkommen zu lassen. Im Gefühl, unbedingt gut sein zu müssen, oder in den Ängsten, es nicht richtig oder gut genug zu machen, spiegeln sich meist die Erwartungen oder Ängste der Eltern. Den Kindern teilt sich mit, wie wichtig den Eltern die Schulleistungen sind.

Wenn Schüler das Gefühl haben, dem nicht zu entsprechen, entstehen Druck und Angst. Das kann sich auf verschiedene Weise äußern: Ein Kind wird still und zieht sich zurück, ein anderes hat Bauchweh, wieder ein anderes scheint sich plötzlich für alles zu interessieren – nur nicht für die Schule, das nächste kaspert wie wild, um sich nicht auf den Schulstoff einlassen zu müssen.

Oft scheint die Welt in den ersten Schuljahren nur mehr aus Schule zu bestehen: Oma und Onkel fragen zuerst und vor allem: Wie geht’s in der Schule? Umso wichtiger, dass es auch noch andere Dinge gibt. Freizeitbeschäftigungen und Unternehmungen mit der Familie lassen Kinder erleben, dass Schule nicht alles ist und dass sie – unabhängig von der Schule – etwas können und ihren Eltern wichtig sind.

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