Mittwoch, 16:56 Uhr

Freundschaften und Cliquen

Eltern müssen draußen bleiben

Erwachsene sind Kindern an Wissen, Können und Erfahrung überlegen. Deshalb können Kinder von ihnen viel lernen. Aber wegen der Überlegenheit der Großen fällt es den Kleinen oft schwer, im Kontakt mit ihnen eigene Standpunkte zu bilden und selbstständig Dinge herauszufinden. Im Umgang mit Gleichaltrigen hingegen ergeben sich ganz andere Rollenverteilungen und Erfahrungen.

Vor allem lernen Mädchen und Jungen hier, was sie tun müssen, um Freundschaften zu entwickeln und zu erhalten. In der Kindergartenzeit hatten die Eltern bei der Auswahl der Freunde und Freundinnen noch eine entscheidende Rolle gespielt. Und zum großen Teil hatten sie auch geregelt, was in der „Freizeit“ passiert. Zwar bleiben die Eltern immer noch wichtig; doch die Organisation von Freizeit und Beziehungen nehmen viele Kinder jetzt mehr und mehr selbst in die Hand.

Es bilden sich Gruppen und Cliquen. Dabei spielen gemeinsame Interessen und Lieblingsbeschäftigungen eine große Rolle. Die Zugehörigkeit zu einer solchen Gruppe gibt Sicherheit und Bestätigung – und relativiert die Bedeutung der Familie. Meist nimmt in Cliquen eine Führungsposition ein, wer in einem bestimmten Bereich besonders fit zu sein scheint oder über besonders attraktive Dinge verfügt. Das kann ein putziges Haustier sein oder ein besonderes sportliches Talent, aber auch ein detailliertes Wissen über aktuelle Popstars.

Manche Kinder tun sich schwer, zuverlässige Beziehungen zu entwickeln. Das kann daran liegen, dass sie von sich aus wenig auf andere zugehen oder mit ihren Interessen nicht im Trend liegen. Oft handelt es sich auch um Kinder, die wenig auffallen, oder um solche, die durch störendes Verhalten lästig werden. Dann hilft es wenig, ihnen zu sagen, dass sie selbst zu schüchtern oder umgekehrt zu aufdringlich sind. Darunter leidet das ohnehin angeknackste Selbstbewusstsein zusätzlich. Stattdessen sind ehrliche Ursachenforschung und gemeinsame Überlegungen angebracht, was Kind und Eltern tun können. Aktives Mitmachen in Vereinen oder Jugendgruppen ist eine Möglichkeit, Kontakte und Freundschaften zu unterstützen.

Wenn Mütter und Väter sich dabei aber vor allem an ihren eigenen Vorstellungen und Wunschbildern orientieren, besteht die Gefahr, dass sie den Interessen der Kinder nicht gerecht werden und das Ganze ins Leere läuft.

Es ist wenig sinnvoll, genau beobachten und steuern zu wollen, was denn das Kind mit seinen Freundinnen und Freunden tut. Vielmehr brauchen die Kinder Zeit und Platz für gemeinsame Spiele und Beschäftigungen. Und dass sich das Kind mit seinem Besuch wohl fühlt, ist wichtiger als ein aufgeräumtes Kinderzimmer.

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