Sonntag, 08:18 Uhr

Höflichkeit

Mehr als bloße Floskeln

Mit Kindern beten

Verboten

Lieber Gott, wenn Papa wüsste, dass wir
heimlich an seinem Computer spielen,
gäb’s bestimmt Ärger. Weil wir ihm an-
geblich seine kostbaren Dateien ab.
schießen! Gerade als ob er immer dabei
sein müsste! Wir wissen doch ganz genau,
wie’s geht. Und es macht irre Spaß, wenn
die Cowboys einen als Barkeeper so rum-
hetzen! Ist das wirklich so schlimm,
lieber Gott, was wir machen?

Leben

Was sind diese Blumenzwiebeln bloß für
verschrumpelte kleine Dinger, lieber Gott!
Aber eine Kraft steckt da drin! Den ganzen
Winter liegen sie bei Regen, Eis und Schnee
in der Kälte und im Frühjahr, wenn ich
schon fast nicht mehr weiß, dass ich hier
mal Zwiebeln gesteckt habe, dann wachsen
daraus Tulpen und Narzissen! Das ist doch
ein Super-Wunder, lieber Gott!

Tröster

Guter alter Teddy! Stell Dir vor, lieber Gott,
fast hätte die Mama ihn weggeschmissen!
Den Teddy, der mich früher so oft getröstet hat,
wenn ich Ärger hatte! Ein bisschen ist das mit
dem Teddy wie mit Dir, lieber Gott: manchmal
fast vergessen, aber immer da, wenn ich Dich
brauche. Ich käme mir richtig undankbar vor,
wenn er jetzt irgendwo auf einer Müllkippe läge.

Das beste Mittel, Kindern gute Manieren beizubringen, besteht darin, sich selbst ordentlich zu benehmen. Beispiel: Es ist heute keine selbstverständliche Knigge-Pflicht mehr, dass ein Mann einer Frau die Tür aufhält. Wenn eine Mutter jedoch mit zwei Taschen, drei Kleinkindern, einem Kinderwagen und einer Tür gleichzeitig kämpft, täte er gut daran, ihr die Letztere doch nicht vor der Nase zufallen zu lassen. Und das nicht nur, weil sie gerade dabei ist, seine Rentenversicherung großzuziehen.

Ähnliches kann man auch von Kindern verlangen. Es ist vielleicht verzeihlich, wenn nicht auf jedes geschenkte Bonbon wie aus der Pistole geschossen ein Dankeschön folgt. Obwohl mit viel elterlicher Geduld und jahrelanger Übung auch das vermutlich irgendwann klappt. Schwerwiegender sind da schon Unverschämtheiten, die sich kein Erwachsener von einem Kind bieten lassen muss. Auch Befehlstöne oder Geschrei gehören nicht zum guten Umgangston. Je nach Situation hilft hier entweder ignorieren oder deutlich Grenzen setzen. Der ausbleibende Erfolg zeigt dem Kind nachhaltig: So geht’s nicht. Wenn ein Kind dazu angehalten wird, auf seine Wortwahl und sein Benehmen zu achten, geht es nicht um leere Floskeln oder überflüssige Anstandsregeln. Gute Manieren wurzeln in der Einsicht, dass man nicht allein ist auf der Welt und dass man deshalb nicht immer alles tun und lassen kann, wie man gerade will. Kinder müssen lernen, dass es noch andere Menschen gibt, die dieselbe Achtung und denselben Respekt verdienen wie sie selbst. Es geht darum, dass sie ihren Blick für die Bedürfnisse der anderen schärfen und ein gesundes Maß an Einfühlungsvermögen entwickeln: für das kleinere Kind auf dem Spielplatz, das beim Klettern Hilfe braucht, für die gehbehinderte Frau, die im Bus einen Sitzplatz sucht, für den alten Mann, der sich nicht mehr nach dem Euro bücken kann, der ihm an der Kasse herunterfällt. Am Anfang kostet das vielleicht einige Überwindung. Auf die Dauer wird das Kind aber sehen: Höflich lebt’s sich besser.

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