Mittwoch, 02:57 Uhr

Geschmackssachen

Schleifchen, Kleider, Rüschenblusen

Kleidung und Aussehen der Kinder sind ein beliebtes Streitthema in vielen Familien. Unser Redaktionsmitglied Andrea Engel-Benz schreibt sich dazu ihre Gedanken von der Seele.

Eigentlich war ich eine stille, brave Tochter. Nur wegen meines Aussehens gab es ständig heftige Debatten mit meiner Mutter. Ich liebte Hosen. Sie sah mich lieber in mädchenhaften Kleidern. Und wie ich es hasste, mit geflochtenen Zöpfen zur Schule zu gehen! In frühester Jugend schwor ich mir, dass meine Kinder es einmal besser haben sollten. Keine Auseinandersetzungen schon beim Frühstück wegen des richtigen „Outfits“!

Nun habe ich selbst drei Töchter – und muss mich oft am Riemen reißen, um meine guten Vorsätze einzuhalten. Der Zehnjährigen zum Beispiel ist alles völlig schnuppe. Tagelang läuft sie mit denselben Sachen herum. Sieht sie nicht oder will sie nicht sehen, dass die Hosen am Knie Löcher haben oder die T-Shirts fleckig sind? Auch die Farbkombinationen sind oft abenteuerlich. Eine Jacke braucht sie grundsätzlich nicht, auch wenn’s regnet oder schneit. Die schulterlangen Haare sehen nur einen Kamm, wenn ich meine Große nachdrücklich dazu auffordere. Eine flotte Kurzhaar-Frisur, so wie ich sie mir als Kind immer gewünscht hatte, lehnt sie natürlich ab.

Zu meinem Leidwesen halten auch die sieben Jahre alten Zwillinge nichts von einem sportlichen Haarschnitt. Schon längst habe ich es aufgegeben, mit ihnen zum Friseur zu gehen. Immerhin lässt sich jetzt eine der beiden die Mähne zu einem züchtig aussehenden Zopf flechten. Und nun darf ich morgens mit Spangen und Schleifchen frisieren. Nie hätte ich mir das träumen lassen!

Genauso wenig, dass ich eine Tochter haben könnte, die schicke Kleider und Rüschenblusen liebt und die sich nichts so sehnsüchtig wünscht wie Lackschuhe. Ihre Zwillingsschwester mag es zwar wie die Mutter eher sportlich. Aber statt Jeans müssen es bequeme Hosen mit Gummibund sein. Finden Sie mal so ein Exemplar ohne Knopf und Reißverschluss, wenn es gerade nicht im Modetrend liegt!

Manches Mal könnte mir ob des modischen Eigensinns meiner Kinder der Kragen platzen. Wie gut kann ich jetzt meine Mutter verstehen. Aber andererseits: Gibt es nicht wichtigere Dinge als das „Outfit“, über die es sich aufzuregen lohnt?

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