Sonntag, 05:54 Uhr

Beichte

„Wann darf ich noch mal?“

Kinder, die von ihrer ersten Beichte zurückkommen, fragen mitunter strahlend: „Wann darf ich noch mal?“ Sie erfahren die Beichte als etwas Befreiendes, Schönes, Gutes. Nicht nur das kommt für viele Eltern unerwartet. Schon im Zuge der Beichtvorbereitung können sie mit ihrem Kind so manche Überraschung erleben. Zum Beispiel bekommen sie unverhofft das Frühstück serviert oder das Zimmer ihres Sprösslings ist plötzlich aufgeräumt – ohne jede Ermahnung!

Trotzdem bleibt die Erstbeichte der Kinder oft auch ihre Letztbeichte.
Denn selbst im Glaubensleben der „praktizierenden“ Katholiken spielt die Beichte kaum noch eine Rolle. „Wieso soll ich dem Priester meine privatesten Angelegenheiten erzählen? Das mache ich lieber mit Gott und meinem Gewissen aus“, sagen viele.

Andererseits: Wohl jeder hat schon einmal erfahren, wie man sich fühlt, wenn es im Alltag nicht so geht, wie es gehen sollte – wenn am Arbeitsplatz etwas schief läuft, wenn es Krach gibt in der Familie, wenn vor lauter Pflichten kaum eine mehr richtig erledigt werden kann. Vielen hilft es dann, sich bei einem guten Freund oder einer guten Freundin von der Seele zu reden, was sie belastet. Eine ähnliche Entlastung ermöglicht die Beichte. Sie bietet Gelegenheit, das Herz auszuschütten und ganz neu anzufangen, ohne weiter einen Berg von seelischen Altlasten mitschleppen zu müssen. Sie lädt ein, sich mit dem eigenen Leben auseinanderzusetzen und neu zu bestimmen, wie es weitergehen soll.

Ein gutes Beichtgespräch kann also ähnlich hilfreich sein wie das Gespräch mit einem Freund. Oder wie zu biblischen Zeiten die Begegnung mit Jesus. Er hat sich um Räuber und Prostituierte gekümmert und hat einer Ehebrecherin das Leben gerettet. Er hat Menschen, die Schlimmes verbrochen hatten, keine Standpauke gehalten, sie nicht verurteilt. Er hat sie angesehen. Er hat ihnen zugehört. Er hat ihnen eine neue Perspektive für ihr Leben gegeben.

Das will auch ein gutes Beichtgespräch. Und doch geht es dabei nicht so sehr um das, was der Priester sagt, sondern darum, was Gott sagt. In der Beichte kann sich der Mensch mit all seinen Fehlern und Schwächen Gott anvertrauen. Gott spricht ihn los von seinen Sünden, macht Mut, umzukehren und neu anzufangen. Durch die Lossprechungsworte macht der Priester das hörbar und spürbar.

Darum geht es also bei der Beichte: auch mit seinen Schattenseiten vor Gott treten zu können, die Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen von Gott heilen zu lassen und neue Perspektiven für das eigene Leben zu finden. Nicht nur Kinder, die das bei der Beichte erlebten, fühlen sich deshalb wie neu geboren. Auch Erwachsenen tut es gut zu erfahren: Es gibt da jemanden, der mich so annimmt wie ich bin, mit meinen Stärken und Schwächen. Was auch immer geschehen ist, ich kann neu anfangen. Und es kann gut werden, denn Gott hält zu mir.

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