Donnerstag, 17:28 Uhr

Medienerziehung

Pausenlos am Computer

Natürlich, Kinder sollen den Umgang mit dem Computer kennen lernen; das gehört heute beinahe zur Grundbildung wie das Lesen und Rechnen. Doch die Gründlichkeit, mit der mancher Grundschüler sich dem Computer widmet, ist vielen Eltern nicht mehr geheuer: Beherrscht am Ende eher der Computer unser Kind als umgekehrt?

Die Faszination, mit der Achtjährige manchmal stundenlang vor dem PC hocken und darüber Hausaufgaben und Abendessen vergessen, kommt nicht von ungefähr. (Gute) Computerspiele entführen sie in andere Welten, die oft filmreif gestaltet sind und in denen sie sich bald zu Hause fühlen. Sie stellen Aufgaben, an denen die Spieler sich „sportlich“ messen und wachsen können. Sie meckern nicht und lachen nicht über Misserfolge und erlauben geduldig den nächsten Versuch. Und „Fortgeschrittene“ können bei Online-Spielen weltweit Kontakte knüpfen und eine Anerkennung finden, die vielen im „wirklichen“ Leben versagt bleibt.

Genau das ist jedoch der Punkt: Die Welt der Computerspiele ist nicht das wirkliche Leben. Was können Väter und Mütter tun, damit ihr Nachwuchs über der virtuellen Welt die reale nicht vernachlässigt?

  • Die populärste Lösung ist zugleich die untauglichste: „Jeden Tag nur eine halbe Stunde …“. Gerade anspruchsvolle Spiele erfordern nämlich oft mehr Zeit. Sinnvoller sind deshalb Zeitgutscheine, die Kinder nach eigenem Gutdünken einlösen können; an einem verregneten Wochenende dürfen’s gerne auch mal drei Stunden am Stück sein.
  • Mitspielen! Das heißt zunächst: sich über gute Computerspiele informieren, zum Beispiel in Datenbanken wie www.spielbar.de oder www.feibel.de. Mütter oder Väter, die die Spiele ihrer Kinder auch selbst mal ausprobieren, können deren Attraktivität umso eher begreifen und besser mit ihnen darüber reden.

  • Zu einem angemessenen Umgang mit dem Computer gehört auch, dass Kinder ihn nicht nur als Spielzeug kennen lernen, sondern zusammen mit den Eltern erfahren, wozu er sonst noch gut ist: den Großeltern E-mails zu schreiben, mit der Patentante über „Skype“ zu telefonieren, die Urlaubsfotos zu bearbeiten und zu ordnen, übers Internet Informationen zu sammeln … (Wichtige Infos und Hilfen zum Surfen mit Kindern finden Eltern im Internet unter www.klicksafe.de und www.internet-abc.de/eltern.)
  • Vielleicht am wichtigsten: Kinder brauchen spannende Aufgaben abseits des Computers. Gut deshalb, wenn Väter und Mütter ihre Kontakte zu Freunden sowie ihre sportlichen, musischen und andere Interessen unterstützen und selbst ihre Freizeit so gestalten, dass die Kinder gerne dabei sind.

Kluge Eltern sind also keine Spielverderber, die ihren Kindern den Computer bloß madig machen. Sondern Entwicklungshelfer, die ihnen zeigen, wie sie diese faszinierende Maschine sinnvoll nutzen können.

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