Mittwoch, 16:56 Uhr

Religionsunterricht

Gott im täglichen Leben erfahren

Durch Klassenarbeiten und Hausaufgaben sind Eltern in der Regel gut darüber informiert, was ihr Kind in Deutsch und Mathematik lernt. Was aber lernt ein Kind im Religionsunterricht? Die Elternbriefe fragten Elisabeth Westing-John, Grundschullehrerin in Ibbenbüren.

Hat Religionsunterricht Sinn bei Kindern, deren Eltern nicht zur Kirche gehen oder aus der Kirche ausgetreten sind?

Auf jeden Fall! Ich glaube, der Religionsunterricht ist eine gute Chance, einen neuen Zugang zum Glauben und zur kirchlichen Praxis zu finden. Ich erlebe das vor allem immer wieder bei Kindern aus den neuen Bundesländern, die ja größtenteils konfessionslos aufgewachsen sind.

Gerade diese Kinder entwickeln oft ein erstaunliches Interesse und lassen sich sehr ansprechen – obwohl oder vielleicht gerade weil sie überhaupt keine Erfahrung mit dem Glauben mitbringen.

Atempause

Unruhig ist mein Herz,
denn es ruht nicht in Dir.

Herr,
Du erforschst mich
und kennst mich.
Ich jedoch möchte unerforschlich
und unerkannt bleiben.

Mit Leidenschaft
umwirbst Du mich,
Herr.
Ich jedoch spüre,
dass Deine Leidenschaft
mir Leiden schafft
und schließe meine Augen,
meine Ohren und meine Sinne.

Und doch,
Herr,
wende Dich nicht ab von mir.
Berühre zärtlich meine Lippen.
Küss’ mich wach
in meiner Dornenhecke
und schmiede die Schwerter
meiner Albträume
zu Pflugscharen von Visionen.

Nur bewegt und lebendig
kann mein Herz ruhen in Dir.

Conrad M. Siegers

Auch Eltern, die selbst nicht getauft sind, schicken ihre Kinder also in den Religionsunterricht? Warum?

Oft steckt die eigene Neugier dahinter. Die Mütter und Väter fragen sich: Was ist das überhaupt, Christ sein? Was tun Christen? Viele suchen über ihre Kinder selbst Zugang zu dem, was ihnen bisher versperrt war. Sie sind vor allem bei den religiösen Festen mit Begeisterung dabei und empfinden das alles als etwas ganz Neues und Bereicherndes.

Ist der Unterricht in Religion anders als in den übrigen Fächern?

Schule sollte immer das ganze Kind, seine ganze Persönlichkeit im Blick haben. Im Religionsunterricht steht das aber noch mehr im Vordergrund als in den anderen Stunden. Mit Augen, Ohren, Herz und Hand soll das Kind erfahren: Ich kann so, wie ich bin, mit all meinen Stärken und mit all meinen Schwächen zu Gott kommen. Von ihm bin ich angenommen, bei ihm bin ich aufgehoben. Religionsunterricht, der das vermitteln kann, ist gelungener Unterricht.

Welche Inhalte vermitteln Sie außerdem?

Die Kinder lernen sich selbst kennen als Menschen, die eine Gottesbeziehung haben, und sie lernen, dass sich diese Gottesbeziehung hier und heute in ihrem täglichen Leben abspielt. Sie lernen biblische Texte kennen als etwas, das mit ihnen zu tun hat. Sie lernen ihre Beziehung zu anderen Menschen zu überdenken. Und sie lernen auch, positiv an Themen heranzugehen, die sonst im Umgang mit Kindern oft gemieden werden, wie zum Beispiel Tod und Sterben.

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