Freitag, 05:56 Uhr

Erziehungsstile

Zwischen Distanz und Kontrolle

Auch Väter und Mütter können nicht beliebig aus ihrer Haut. Wie sie ihre Kinder erziehen, hat viel mit ihrer Persönlichkeit zu tun. Besonders gut lassen sich die typischen Unterschiede im Erziehungsstil am Umgang mit ein und derselben Alltagssituation ablesen. Zum Beispiel mit der Schultasche ihres Sprösslings.

  • Manche Eltern meinen, es sei nun höchste Zeit, dass ihre Kinder Verantwortung für sich selbst übernehmen und ihre Pflichten selbstständig erledigen. Vielleicht sind sie auch zu sehr mit anderen Aufgaben beschäftigt, um sich um Kleinigkeiten wie Schultaschen zu kümmern. Die Kinder ihrerseits haben den Eindruck, dass es für die Eltern wichtigere Dinge gibt und dass sie mit ihren Angelegenheiten selbst klarkommen müssen.
  • Andere Eltern sind der Auffassung, dass Kinder nur durch genaue Kontrolle lernen. Sie überprüfen genauestens, ob kein Heft zu viel und kein Buch zu wenig eingepackt ist. Sie versuchen gegebenenfalls mit Härte und Strafen, ihren Kindern die notwendige Ordnung beizubringen.
  • Wieder andere halten es schlecht aus, dass ihre Kinder in schwierige Situationen geraten könnten. Sie fürchten Nachteile für ihren Nachwuchs, wenn in der Schultasche etwas fehlen würde – also schauen sie nach, ob die Tasche auch wirklich richtig gepackt ist. Das kann bei Kindern fast den Eindruck wecken, Schule sei eher die Sache ihrer Eltern …

Natürlich: Kaum eine Mutter und kaum ein Vater geht immer so „distanziert“, „kontrollierend“ und „überbehütend“ mit den Kindern um. Aber in der Tendenz überwiegt doch bei fast allen Eltern ein bestimmter Erziehungsstil. Und das hat Folgen für die Entwicklung der Kinder: Mit Distanz erzogene Kinder richten sich darauf ein, dass sie selbst mit den Dingen fertig werden müssen. Sie orientieren sich früh an anderen Menschen, oft Gleichaltrigen. Die Väter und Mütter haben oft nur noch begrenzt Einblick, wie das Leben ihrer Kindern aussieht. Eigene Aktivität und Eigenverantwortung sind die positiven Auswirkungen dieses Erziehungsstils. Das Risiko ist eine Entfremdung zwischen Kind und Eltern.

Kinder, die eine vor allem kontrollierende Erziehung erfahren, sind oft eher schüchtern und trauen sich wenig zu. Wo die gewohnte Kontrolle fehlt, können sie allerdings eigenwillig und aggressiv werden.

Eine sehr behütende Erziehung kann einerseits dazu führen, dass ein Kind nett, angepasst, nachgiebig ist. Die andere Seite der Medaille sind geringe Durchsetzungsfähigkeit, Unselbstständigkeit und wenig Kreativität.

Es lohnt sich also für Eltern, nach dem Anteil des eigenen Erziehungsstils zu fragen, wenn sie mit dem Verhalten ihrer Kinder unzufrieden sind. Allerdings: den eigenen Stil von heute auf morgen zu ändern, fällt niemandem leicht; „richtig“ kann Erziehung ohnehin nur sein, wenn sie sowohl den individuellen Bedürfnissen der Kinder als auch der Persönlichkeit der Eltern gerecht wird.

Immerhin: Erziehungskurse bieten Müttern und Vätern wertvolle Hilfen, das eigene Verhalten zu überdenken und, wenn nötig, nach neuen Wegen zu suchen (siehe www.elternbriefe.de/elternkurse).

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