Donnerstag, 00:24 Uhr

Alles, was Eltern über sexuellen Missbrauch wissen müssen

Daten und Fakten

Viele Kinder erleben sexuellen Missbrauch: Mädchen und Jungen. Beim sexuellen Missbrauch werden Kinder von Erwachsenen oder älteren Jugendlichen ausgenutzt. Die Liebe, das Vertrauen, die Wünsche von Kindern werden missbraucht. Die Täter nutzen die Liebe und Abhängigkeit der Kinder aus.

Formen sexuellen Missbrauchs sind:

  • Worte
  • Berührungen
  • sexuelle Handlungen an Kindern
  • sexuelle Handlungen vor Kindern

Sexueller Missbrauch hat immer schwere Folgen für die Kinder. Es gibt körperliche und seelische Folgen.

Missbrauch passiert nie aus Versehen!

Zuneigung zwischen Eltern und Kindern ist kein Missbrauch. Erwachsene und Kinder spüren den Unterschied zwischen Zuneigung und sexuellem Missbrauch. Sexueller Missbrauch ist:

  • wenn Erwachsene ihre Bedürfnisse befriedigen,
  • wenn Erwachsene sich erregen,
  • wenn Erwachsene Kinder zu Zärtlichkeit überreden,
  • wenn Erwachsene Kinder zu Geheimhaltung auffordern,
  • wenn sich Kinder nicht mehr sicher und geborgen fühlen.

Die Opfer sind:

Sexuelle Gewalt erleiden Jungen und Mädchen. Besonders gefährdet sind Kinder,

  • die wenig Aufmerksamkeit bekommen,
  • die wenig Selbstbewusstsein haben,
  • die Angst vor Strafen haben,
  • die wenig über körperliche und sexuelle Vorgänge wissen.

Die Täter sind:

Sexuelle Gewalt gibt es in allen Schichten – überall! Sexuelle Gewalt ist unabhängig von Bildung und Herkunft. 80 – 90 % der Täter sind Männer. Täter sehen aus wie du und ich. Oft sind es Männer, die eine Familie haben, die erfolgreich im Job sind – Menschen, denen niemand eine solche Tat zutrauen würde. Oft kommen Täter aus dem Umfeld des Kindes: Verwandte, Freunde, Nachbarn. Es können aber auch Lehrer, Trainer im Sportverein, Pfarrer, Gruppenleiter oder Erzieher sein. Immer mehr Täter suchen ihre Opfer im Internet.

Täterstrategien

Oft werden Kinder über lange Zeiträume missbraucht – sehr lange – über Monate und Jahre. Täter handeln selten spontan. Täter planen und organisieren bewusst. Sie nähern sich langsam an. Täter suchen das Vertrauen und machen Kinder abhängig.

Signale /Anzeichen

Woran können Sie erkennen,
ob Ihr Kind sexuelle Gewalt erfährt?

Nur wenige Jungen und Mädchen sagen direkt, dass sie sexuell missbraucht wurden. Oft haben Kinder Angst und schaffen es nicht direkt, den Eltern davon zu erzählen. Manchmal machen sie nur Andeutungen. Sie „eiern“ herum. Diese Andeutungen werden von Erwachsenen nicht immer gleich verstanden.

Der Grundsatz für Eltern ist:

Wenn Ihr Kind Ihnen von einem Missbrauch erzählt: Glauben Sie Ihrem Kind! Es gibt kaum sichere Anzeichen. Das einzige sichere Anzeichen sind Verletzungen im Intimbereich. Es gibt aber Warnsignale oder versteckte Hilferufe. Solche Warnsignale oder Auffälligkeiten sind:

  • Bauchschmerzen, Kopfschmerzen
  • Schulische Leistungen verschlechtern sich, das Kind schwänzt den Unterricht
  • Das Kind macht Pipi ins Bett oder in die Hose
  • Ängste
  • Das Kind möchte sich beim Arzt oder beim Sport nicht mehr aus- bzw. umziehen
  • Rückzug / Verschlossenheit
  • Aggressionen
  • Stimmungsschwankungen
  • Das Kind verliert an Selbstbewusstsein
  • Das Kind redet über Sex, es spielt und malt Situationen nach
  • Das Kind hat Probleme mit körperlicher Nähe und Distanz

Ein Kind, das  sich plötzlich so verändert, braucht Aufmerksamkeit und Unterstützung der Eltern. Die Auffälligkeiten können auch andere Ursachen als Missbrauch haben. Nehmen Sie die Gefühle Ihrer Kinder ernst. Nehmen Sie sich Zeit. Sprechen Sie Ihr Kind gezielt an, oder wenden Sie sich an eine Beratungsstelle.

Wie können Eltern helfen?

  • Bleiben Sie ruhig!
  • Glauben Sie dem Kind!
  • Fragen Sie nach, ohne Druck auszuüben!
  • Sagen Sie dem Kind, was Ihnen aufgefallen ist.
  • Sagen Sie dem Kind, dass Sie sich Sorgen machen.
  • Machen Sie Gesprächsangebote wie z. B.: „Willst du mir was erzählen?“
  • Fragen Sie Ihr Kind, ob es ein schlechtes Geheimnis bedrückt.
  • Sagen und zeigen Sie dem Kind: Hilfe holen ist kein Petzen und kein Verrat!
  • Sagen Sie dem Kind, dass es wichtig ist, Hilfe zu bekommen. Schlagen Sie ihm vor: Andere Personen können helfen.
  • Rufen Sie z. B. bei der Telefonseelsorge an und lassen Sie sich beraten.
    Tel. 0 800 / 111 0 111 oder
    Tel. 0 800 / 111 0 222
  • Seien Sie ständig für Ihr Kind ansprechbar!
  • Lassen Sie sich in einer Fachberatungsstelle beraten!
  • Bitte nutzen Sie Informationsmaterial zum Thema (siehe Kasten).

Was Sie nicht tun sollten!

  • Fragen Sie nicht den Täter oder die Täterin. Er oder sie wird Ihnen nicht die Wahrheit sagen.
  • Sprechen Sie den Täter oder die Täterin nicht selbst darauf an: Es kann dazu führen, dass er oder sie das Kind noch mehr unter Druck setzt.

Es ist ein tiefer Schock, wenn Eltern vom sexuellen Missbrauch ihres Kindes erfahren. Die wichtigste Regel ist: „Ruhig bleiben.“ Das fällt schwer. Trotzdem müssen Sie es versuchen! Kinder testen zuerst unbewusst, ob sie mit der Hilfe der Eltern rechnen können.

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie es lieben. Sagen Sie ihm, dass es nicht schuldig ist. Entscheidend ist, dass Erwachsene den betroffenen Mädchen und Jungen glauben.

Zeigen Sie Ihrem Kind: Ich möchte dir helfen. Die Kinder müssen vor weiterer Gewalt geschützt werden. Sie müssen das, was sie belastet, verarbeiten. Eine Beratungsstelle hilft Ihnen und Ihrem Kind dabei.

Wichtig: Wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, informieren Sie die Polizei.

Informationsmaterial

„Nein zu Missbrauch – Präventionsmaterial für Fachleute, Kinder, Jugendliche und Erwachsene“ Zu bestellen beim Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e. V. Tel. 02 21 / 20 10-112 irene.janssen_at_caritasnet.de

„Niemand darf mir weh tun! – Handreichung zur Prävention sexueller Gewalt in leichter Sprache“ Zu bestellen beim Bundesfachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V. (CBP) Tel. 07 61 / 200-301 cbp_at_caritas.de

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