Sonntag, 01:51 Uhr

Was tun gegen Missbrauch

Nur nicht auf eigene Faust!

Polizei? Jugendamt? Beratungsstellen? So finden Eltern die beste Hilfe für ihr Kind.

Zuallererst geht es um den Schutz der Kinder. Deshalb erfordert der Umgang mit sexuellem Missbrauch große Behutsamkeit und Überlegung. Unnötige und/oder unsensible Befragungen oder eine verfrühte Beschuldigung des Täters, der sein Opfer dann umso mehr unter Druck setzt, könnten die Kinder zusätzlich belasten – mit dem Risiko, dass sie „zumachen“.

Experten raten Eltern deshalb eindringlich:

  • Versuchen Sie nicht, allein damit fertig zu werden! 
  • Suchen Sie zunächst für sich persönlich, unabhängig von Ihrem Kind, professionelle Hilfe in einer Beratungsstelle (siehe „Hilfe und Beratung").

Zusammen mit der Beraterin oder dem Berater können Eltern eher ein sinnvolles weiteres Vorgehen entwickeln als aus der eigenen überschießenden Betroffenheit heraus. Die Beratung ist kostenfrei; auf Wunsch können Eltern sie auch anonym wahrnehmen. Welche Themen und Anliegen sie ins Gespräch einbringen wollen, entscheiden sie selbst; auch bei einem ungeklärten Verdacht helfen die Beraterinnen weiter.

Die Beratungsstellen unterliegen der Schweigepflicht und behandeln Vermutungen und Hinweise auf einen sexuellen Missbrauch sensibel und vertraulich; nur wenn sie eine akute Gefahr von weiteren sexuellen Übergriffen sehen, müssen die Beraterinnen und Berater dafür sorgen, dass die Kinder durch Trennung vom Täter geschützt sind. Dazu müssen sie möglicherweise das Jugendamt und/oder die Staatsanwaltschaft informieren.

Sexueller Missbrauch ist eine Straftat. Privatpersonen sind aber grundsätzlich nicht verpflichtet, sie bei der Polizei anzuzeigen. Die Polizei ihrerseits ist dagegen verpflichtet, einem Verdacht nachzugehen, sobald sie in irgendeiner Form davon Kenntnis erhält. Für Eltern bedeutet das: Sie müssen gut abwägen, ob sie einen sexuellen Missbrauch anzeigen oder aus schwerwiegenden Gründen davon absehen wollen:

  • Wie groß wäre die seelische Belastung für mein Kind, seine traumatischen Erlebnisse im Rahmen von Ermittlungen zu schildern? 
  • Oder würde es ihm vielleicht sogar bei der inneren Verarbeitung helfen, wenn das Erlebte und Erlittene in einem formellen Verfahren geklärt wird?
  • Ist eine Anzeige womöglich sinnvoll oder sogar das einzige Mittel, mein Kind oder andere vor weiteren Übergriffen zu schützen?

Auch bei diesen Abwägungen hilft die Erfahrung von Fachkräften Eltern, die beste Entscheidung für ihre Kinder zu treffen.

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