Mittwoch, 02:57 Uhr

Schwangerschaft

Das Band in den Bauch

Wie Eltern die Beziehung zu ihrem Baby jetzt schon stärken können.

Ein fröhliches, zufriedenes Kind, das in einem Gefühl von Geborgenheit aufwächst, Eltern, die auf die Signale ihres Babys feinfühlig und sicher reagieren: So sieht der Start ins Familienleben aus, von dem werdende Mütter und Väter träumen. Den Schlüssel dazu beschreiben Frühpädagogen mit dem Zauberwort „Bindung“. Gemeint ist damit ein enges seelisches Band, das Eltern und Kinder schon vor der Geburt knüpfen können.

Werdende Mütter und Väter spüren es besonders deutlich, wenn sie zum ersten Mal das Herz ihres Babys im Ultraschall schlagen sehen und hören. Oder wenn sie ein paar Wochen später seine Bewegungen spüren oder gar sehen, wie es mit seinen Tritten und Stößen die Bauchdecke der Mutter ausbeult. Ganz spontan legen Frauen oft ihre Hände beruhigend auf den Bauch, wenn sie erschrecken, und reden ihrem Kind gut zu. Tatsächlich bekommen Ungeborene vieles mit, was ihre Mütter erleben – über ihr Gehör, das schon lange vor der Geburt funktioniert, und noch mehr über die Hormone, die je nach Gefühlslage der Mütter ihr Blut überschwemmen und durch den Mutterkuchen auch das Kind erreichen.

Du hast mich gewoben
im Schoß meiner Mutter

Du hast mein Inneres geschaffen, /
mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
Ich danke dir, dass du mich
so wunderbar gestaltet hast. /
Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.
Als ich geformt wurde im Dunkeln,
kunstvoll gewirkt in den Tiefen
der Erde, /
waren meine Glieder dir nicht verborgen.
Deine Augen sahen, wie ich entstand, /
in deinem Buch war schon alles verzeichnet;
meine Tage waren schon gebildet, /
als noch keiner von ihnen da war.
Wie schwierig sind für mich, o Gott,
deine Gedanken, /
wie gewaltig ist ihre Zahl!
Wollte ich sie zählen,
es wären mehr als der Sand. /
Käme ich bis zum Ende, wäre ich noch immer bei dir.

aus Psalm 139

Es sind natürlich nicht nur schöne Gefühle, die das Ungeborene auf diese Weise mitspürt. Fast alle Frauen zweifeln gelegentlich, ob sie ihren Aufgaben als Mutter gewachsen sein werden, viele haben Angst um ihre berufliche Existenz und ihr finanzielles Auskommen oder um eine wackelige Partnerschaft. Und manche warten erst auf das Ergebnis pränataldiagnostischer Tests und versagen sich so lange die Freude auf ein Kind, das vielleicht behindert sein könnte (vgl. › Das Ungeborene unter der Lupe).

Solcher Stress kann die Bindung von Mutter und Kind beeinträchtigen. Doch damit werden Babys fertig, solange sie gleichzeitig spüren: Meine Mutter steht trotzdem zu mir und freut sich auf mich!

Viele werdende Mütter und Väter tun ganz intuitiv viel für eine starke Bindung an ihr Kind:

  • Sie streicheln den Baby-Bauch und sprechen mit ihrem Kind.
  • Sie singen ihm ein Schlaflied vor.
  • Sie halten innere Zwiesprache und „erzählen“ ihrem Baby, dass sie sich freuen oder aber auch, dass sie sich sorgen.

Eine andere Möglichkeit der „Kontaktpflege“ mit dem Ungeborenen ist, ein Schwangerschafts-Tagebuch zu führen oder dem Baby Briefe zu schreiben.

Und: Eine Geburtsklinik, in der Mütter und Väter ihr Kind nach der Geburt im Kreißsaal ein paar Stunden lang ungestört kennen lernen können („Bonding“), unterstützt die Bindung zusätzlich.

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