Montag, 07:14 Uhr

Schwangerschaft

„Wir sind für dich da“

Wie katholische Schwangerschaftsberatungsstellen werdenden Müttern unbürokratisch helfen, erläutert Edeltraud Spilioti-Hierling von der Caritas Ulm.

Wer kann zu Ihnen in die Beratungsstelle kommen?

Jede Schwangere, das ist gesetzlich geregelt. Frauen in einer Notsituation sind uns ebenso willkommen wie Frauen, die einfach Informationen rund um die Schwangerschaft suchen, unabhängig von ihrem Glauben und Familienstand. Die Beratung ist kostenlos und steht unter Schweigepflicht.

Wie sieht Ihr Beratungsangebot aus?

Wir bieten den Frauen und ihren Partnern persönliche Beratung, konkrete Hilfen und längerfristige Begleitung auch über die Geburt des Kindes hinaus. Wir informieren über ihre rechtlichen Möglichkeiten, klären finanzielle Ansprüche, zum Beispiel auf Elterngeld oder ALG II, vermitteln im Umgang mit Behörden oder Arbeitgebern. Bei Partnerschaftsproblemen schalten wir, wenn Frauen das wünschen, eine Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen ein. Außerdem beraten wir Frauen und Paare vor und während einer vorgeburtlichen Diagnostik oder bei der Trauer nach einer Fehl- oder Totgeburt.

Was können Sie tun, wenn eine Frau unsicher ist, ob sie ihr Kind austragen möchte?

Wir bieten ihr ein Gesprächsklima, in dem wir ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen und ihr persönlich mit Wertschätzung begegnen, und suchen mit ihr nach Hilfen und Auswegen aus ihrer Konfliktsituation.

Welche Rolle spielen dabei der Partner und die weitere Familie der Schwangeren?

Für Frauen, die ein Kind erwarten, sind der Rückhalt durch den Partner und die Familie äußerst wichtig. Manche Schwangere haben jedoch einfach niemanden, der ihnen zur Seite steht. Im Kontakt mit uns haben sie dann die Möglichkeit, ihre Situation in Ruhe zu überdenken, und wir versichern ihnen: Wir sind für dich da, so lange du uns brauchst.

Hier gibt es Rat und Hilfe

Beratung in allen Fragen rund um Schwangerschaft, Pränatale Diagnostik, Geburt und das Leben mit dem Baby bieten die Beratungsstellen der Caritas und des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) sowie das Beratungsnetzwerk Esperanza. Die Adressen finden werdende Eltern im Internet unter:
www.caritas.de/adressen
www.skf-zentrale.de
www.esperanza-online.de

Unter www.beratung-caritas.de/
schwangerschaftsberatung.html
bieten SkF und Caritas auch eine Onlineberatung an (Mail und Chat).

Ein kompetentes Beratungsangebot (auch online) finden Paare und Familien unter www.katholische-eheberatung.de

Gehört dazu auch finanzielle Unterstützung?

Natürlich. Wir verschaffen uns zunächst einen Überblick über die gesamte finanzielle Situation der Frauen oder ihrer Familie; je nachdem ziehen wir dabei eine Schuldnerberatungsstelle hinzu. In den meisten Fällen von finanzieller Not fehlt jedoch schlicht das Geld für die Babyausstattung; dann beantragen wir eine Beihilfe bei der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“, helfen bei der Antragstellung an das zuständige Sozialamt oder wir wenden uns an den „Bischöflichen Hilfsfonds für werdende Mütter in Not- und Konfliktsituationen“ des Caritasverbandes. Das oberste Ziel unseres Hilfeplanes bleibt aber, die Familie zu befähigen, aus eigener Kraft weiterzukommen.

Und nach der Geburt?

… kann die junge Mutter uns bis zum dritten Geburtstag des Kindes immer wieder aufsuchen, wenn sie Unterstützung braucht. Besonders bei alleinstehenden Frauen, die rund um die Uhr für ihre Kinder sorgen, entstehen oft Stress- und Überforderungssituationen. Wir vermitteln den Frauen, wenn sie das möchten, Nachsorge- und Familienhebammen, und unterstützen sie auch selbst beim Aufbau ihrer Fähigkeiten, das Kind fürsorglich zu betreuen. Unter anderem bieten wir dazu gemeinsam mit der Psychologischen Beratungsstelle regelmäßig einen Elternkurs an. Wir zeigen ihnen auch die notwendigen Schritte, wenn sie eine Ausbildung beginnen oder fortsetzen möchten oder eine andere Wohnung suchen. In unserem „Müttercafe“ können sie außerdem Kontakt mit anderen Frauen knüpfen und so ein Netz gegenseitiger Unterstützung aufbauen.

Das heißt: Sie versuchen den Frauen auch dabei zu helfen, wieder ohne die Beratungsstelle klarzukommen?

Unbedingt. Manchmal kennen wir in einer Pfarrei jemanden, der den Frauen Nachbarschaftshilfe anbietet, zum Beispiel beim Umzug, beim Renovieren, Einkaufen oder Babysitten. Und manchmal ist schon ein gutes Gespräch die wichtigste Hilfe.

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