Montag, 18:53 Uhr

Religiöse Erziehung

Eltern lernen wieder staunen

Bei der Taufe spricht der Priester die Eltern an: „Liebe Eltern! Sie haben für Ihr Kind die Taufe erbeten. Damit erklären Sie sich bereit, es im Glauben zu erziehen. Es soll Gott und den Nächsten lieben lernen, wie Christus es uns vorgelebt hat.“ Doch was heißt das konkret?

Im Glauben erziehen – das ist nicht etwas, was zur Erziehung eines Kindes hinzukommt. Religiöse Erziehung geschieht zunächst einmal im alltäglichen Erleben der Liebe der Eltern. Und sie geschieht, wenn Kinder Glauben und Hoffen ihrer Eltern miterleben und mitvollziehen. Ganz natürlich also.

Das fällt jedoch schwer, wenn Vater und Mutter es nicht gewohnt sind, ihren Lebensalltag mit Gott in Verbindung zu bringen, und wenn sie den Bezug zu einer christlichen Gemeinde verloren haben. Sie haben vielleicht Probleme damit, von Gott zu erzählen und im Gebet mit ihm zu sprechen. Nun lässt sich jeder Weg, auf dem man stehen geblieben ist, auch weitergehen. Eltern, die der Kirche fernstehen, können die Taufe ihres Kindes zum Anlass nehmen, sich gemeinsam mit ihrem Kind wieder mit der christlichen Botschaft vertraut zu machen. Im Staunen vor den vielen kleinen und großen Wundern der Welt, auf die man durch die neugierigen Fragen der Kinder neu aufmerksam wird, im tastenden Beten mit ihren Kindern, im Nacherzählen biblischer Geschichten und vor allem im zärtlichen Umgang miteinander können Eltern und Kinder auf ihrem Lebensweg näher zu Gott, zum Glauben und zur Kirche kommen. Sie können erfahren, dass der Glaube an Gott unser Leben reicher macht und dass Gott uns nahe ist – in Ängsten, Gefahren und leidvollen Situationen ebenso wie in Glück und Freude.

Sein Kind religiös zu erziehen, ist weniger schwierig als Eltern glauben mögen. Denn religiöse Erziehung entspricht im Grunde den allgemeinen Erziehungszielen, die einen Menschen zur vollen Entfaltung kommen lassen wollen. Das Besondere an der christlichen Erziehung ist allerdings, dass Mütter und Väter ihr Zusammenleben mit dem Kind mit Gott in Verbindung bringen und sich bewusst am Vorbild Jesu Christi orientieren. Wenn man das auf die konkrete Erziehung eines Kindes anwendet, heißt das:

  1. Jedes Kind braucht zu seiner Entfaltung die Gewissheit, bejaht zu sein. Dieses Angenommensein können Eltern ihrem Kind im Miteinander vermitteln. Die Sicherheit, dass Gott sie und ihr Kind mit allen Fehlern und Schwächen bejaht, kann auch Müttern und Vätern helfen, ihre Kinder so anzunehmen, wie sie sind. Wo sie das bei aller eigenen Begrenztheit versuchen, fördern sie in ihrem Kind die Lebensbejahung und das Vertrauen zu Gott.
  2. Jedes Kind braucht die Zuwendung seiner Eltern. Gott hat sich dem Menschen zugewandt. Mit ihrer Liebe stärken Eltern in ihrem Kind das Vertrauen ins Leben – und in Gott. Jeder noch so bruchstückhafte Akt der Zuwendung legt im Kind die Grundlage dafür, dass es später an Gott glauben kann.
  3. Kinder leben vom Miterleben und Mitmachen und vom Kontakt mit ihrer Umwelt. Gott will den Menschen an seiner Lebensfülle teilhaben lassen. Überall dort, wo Eltern mit ihren Kindern das Leben teilen, schaffen sie die beste Voraussetzung für die Beziehungsfähigkeit ihrer Kinder zu anderen – und zu Gott!

Eltern, die mit ihren Fragen nicht allein bleiben wollen, können in ihrer Gemeinde das Gespräch mit anderen suchen, vielleicht mit anderen Müttern und Vätern einen Eltern- oder Familienkreis bilden. Das Seelsorgeteam ihrer Gemeinde wird sie dabei unterstützen.

Über den Glauben

Eltern, die mehr über den katholischen Glauben wissen wollen, können sich im „Katholischen Erwachsenenkatechismus“ der Deutsche Bischofskonferenz informieren. Der erste Band legt die Glaubenslehre dar, der zweite Band erläutert die Sittenlehre der Kirche. Der Katechismus kann unter www.dbk.de/katechismus/index.php online eingesehen werden; zu beziehen ist er über jede Buchhandlung.

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