Donnerstag, 01:28 Uhr
  • Edelstein

    Hüppekästchen

    Auf dem Hof spielen die Nachbarskinder in der Sonne „Hüppekästchen“. Gerade wirft ein Junge das Steinchen in die Kreidefelder, die sie auf das Pflaster gezeichnet haben – und plötzlich kribbelt es in meinem rechten Fuß. Am liebsten würde ich auch gleich loshüpfen … Wie lange habe ich an diese Kindheitsspiele nicht mehr gedacht? Jetzt öffnen sich auf einen Schlag die Erinnerungsschleusen, und ich freue ich mich schon auf den Tag, an dem Emilia alt genug sein wird und ich mit ihr Gummitwist, Seilspringen und „Hüppekästchen“ spielen darf.

    Gertie, 36

  • Edelstein

    T-Rex

    Was habe ich da für einen Tyrannosaurus großgezogen! Schon beim Aufstehen geht’s mit Dinogebrüll los, in der KiTa vergeht kein Tag ohne wildes Kämpfen und gegen­seitiges Fressen, als Aufnäher für die Lieblingshose kommen nur Dinos in Frage. Aber beim Schlafengehen beobachte ich, wie Jakob seinen T-Rex (ein Geschenk seines Onkels) ganz sanft neben sein Kopfkissen bettet, zudeckt und noch einmal zärtlich streichelt …

    Lissy, 31

  • Edelstein

    Streithähne

    Na toll! Den ganzen Tag schon beharken sich Martin (6) und Florian (4), und pünktlich zu Beginn der langen Autofahrt beginnt auch noch unser Baby Lena zu weinen! Mein inneres Thermometer nähert sich dem Siedepunkt. Da höre ich plötzlich unsere Großen einträchtig singen: „Lena ist so süß, Lena ist so lieb“ — nach einer Melodie, die sie gerade erfunden haben. Und fast augenblicklich beruhigt Lena sich! Womit haben wir nur so zauberhafte Kinder verdient?

    Frederik, 34

  • Edelstein

    In der Kirche

    Beim Ausfahren mit dem Kinderwagen kam ich heute an einer Kirche vorbei. Die Tür stand offen …
    Ich schob den Wagen hinein und setzte mich in eine Bank. Und spürte, wie die Stille dieses Raums mich mit jedem Atemzug mehr erfüllte.

    Beim Hinausgehen zündete ich an einem Altar mit der Statue des Heiligen Josef mit dem Jesuskind ein Teelicht an. Unsere kleine Familie soll unter einem guten Stern stehen.

    Paul, 30

  • Edelstein

    Erkannt

    Erik liegt wie so oft in meinen Armen, während ich auf dem Sofa sitze. Es ist Abend, wir beide haben viel Zeit. Erik knurpst leise vor sich hin; sein Blick schweift unstet umher. Ist es ein Lichtreflex, der gerade seine Aufmerksamkeit fesselt? Oder eine Bewegung unserer Katze? Dann plötzlich wendet er den Kopf und sieht mich an. Ganz ruhig, ganz tief, als sähe er mich zum ersten Mal bewusst. Ich werde fast andächtig bei diesem Blickkontakt und fühle mich bis in den Grund meiner Seele erkannt.

    Sabrina, 34

  • Edelstein

    Wie ein Kuss Gottes

    Irgendwann, lange bevor ich schwanger wurde, hatte ich diese Legende gehört: Dass Gott jedem Kind in dem Moment, in dem es geboren wird, einen Kuss mit auf den Weg gibt. Jetzt, als Marie im Kreißsaal auf meinem Bauch lag und mich aus großen, unergründlich tiefen Augen anschaute, wusste ich: Ja, so ist es!

    Anne, 28

  • Edelstein

    Liebe Chaoten

    Abends, wenn die Zwillinge (vier Monate alt) fest schlafen, schleiche ich noch einmal ins Kinderzimmer und schaue den kleinen Chaoten ein paar Minuten lang beim Schlafen zu. Und spüre, wie sie mit jedem Atemzug ein Stück Erinnerung an die Anstrengungen tagsüber ausradieren.

    Julia, 27

  • Edelstein

    Am Himmel

    Beate ist beim Sport, Leo liegt auf der Babydecke und lallt zufrieden vor sich hin. Ich stehe am Fenster und betrachte den Himmel. Ein paar Wolken ziehen ganz langsam vorbei, fast scheinen sie zu stehen. Dann malt ein Flugzeug einen Kondensstreifen an den Himmel. Ich schaue einfach nur, wie er sich auflöst …

    Rudolf (35)

  • Edelstein

    Fingerspiele

    Zuerst grinse ich innerlich nur.
    „Da hast’ einen Taler …“, rezitiert meine Mutter und patscht Oliver dabei ins Händchen. Großeltern halt …
    Aber dann sehe ich das Gesicht meines Sohns, die Spannung, mit der er auf das „Diddeldiddeldänzchen“ und Omas Krabbeln in seinem Handteller wartet. Als könnte ich seinem Gehirn beim Arbeiten zusehen! ’Tschuldigung, Mama!

    Franka, 30

  • Edelstein

    Triumph!

    Als ich an diesem Abend nach Hause komme, ist etwas anders. Miriam kommt mir nicht wie sonst mit Jonas auf dem Arm entgegen, im Flur herrscht ein merkwürdig erwartungsvolles Schweigen. Dann höre ich ein leises tapp-tapp, und aus der Küche, kommt mein Sohn mir allein entgegen gewackelt. Diese triumphierende Freude in seinen Augen, als ich in die Knie gehe und die Arme ausbreite, um ihn aufzufangen! Und über seine Schulter weg sehe ich Miriam, in deren Augen Glückstränen blitzen, genau wie in meinen.

    Peter, 32

  • Edelstein

    Gnocchi

    Puuh, das dauert ja ewig, bis diese Gnocchi so weit sind! Oder kommt es mir nur so vor, weil Josef in dieser Woche mal wieder ordentlich an Gewicht zugelegt hat? Wie immer wollte er sofort auf den Arm, als er mich mit den Töpfen hantieren sah, anders war sein Gequengel nicht zu stoppen. Lange schaffe ich das nicht mehr! Obwohl – eigentlich ist das schon toll, dass mein Sohn alles so spannend findet, was ich mache, mein Leben mit mir teilen, von mir lernen will. Und sein Staunen, als die Gnocchi in dem sprudelnden Wasser endlich auftauchen! Wer hat meine Arbeit zuletzt so gewürdigt?

    Inga, 27

  • Edelstein

    Nur ein Blatt

    Schon wieder bleibt Laura stehen; gerade mal sechs, sieben Schrittchen sind wir vorangekommen. Sie hockt sich hin, schaut – und greift dann etwas von der Erde. Meine Mutter-Instinkte schlagen Alarm: Schmutz? Gift? Schnell bin ich bei ihr. Es ist „nur“ ein kleines Blütenblatt, das Laura ausgiebig in der Hand dreht, wendet und bestaunt. Hunderte davon liegen hier herum. Für Laura ist es einzigartig und kostbar.

    Stefanie, 34

  • Edelstein

    Trost

    Mira hat sich weh getan und brüllt wie am Spieß; sie wollte rückwärts die Treppe herunterkrabbeln und ist abgerutscht. Ich nehme sie hoch, setze mich mit ihr hin und wiege sie sacht in den Armen. Allmählich lässt ihr Schluchzen nach, ihr Herzschlag und ihr Atem beruhigen sich. Stille. Und dann ertönt Miras ruhiges, klares Stimmchen: „Papa, vorlesen!“
    Ein Kind trösten, seinen Schmerz und Kummer lindern zu können: eine wunderschöne Erfahrung!

    Detlef, 28

  • Edelstein

    Bauchküsse

    Manuel, 17 Monate alt, hat ein neues Spiel entdeckt. Er steht auf dem Wickeltisch vor mir, als unsere Bäuche zufällig gegeneinanderprallen. Ich muss ihn auffangen, damit er nicht umfällt — aber nach kurzem Erschrecken lacht er begeistert auf: „Mal-mal!“ Seitdem komme ich beim Wickeln nicht unter einem Dutzend „Bauchküsschen“ davon.

    Felix, 32

  • Edelstein

    Sooo groß!

    Eben noch klapperte Leo im Flur mit seinen Holzklötzen, jetzt ist es so still. Vorsichtig linse ich durch den Türspalt – und sehe meinen Sohn mir entgegenkommen, die Füßchen in Papas riesigen Pantoffeln, mehr rutschend als laufend, aber um gefühlte 100 Zentimeter gewachsen. Ich bin Papa! Ach, mein Schatz, ich bin doch so froh, dass du noch viel Zeit zum Großwerden hast!

    Charlotte, 28

  • Edelstein

    Flüchtiges Glück

    Gerade hat Lukas eine Kerze ausgepustet. Nach mehreren Versuchen – anfangs ziemlich feucht – hat’s geklappt. Ich will mich schon abwenden, da entdecke ich die Faszination in Lukas’ Augen. Die Rauchschwaden, die vom Docht aufsteigen, zaubern wunderschöne flüchtige Linien und Kurven ins Zimmer. Dann will Lukas danach greifen – und verändert durch seine Handbewegung die aufsteigenden Schwaden. Neue Formen entstehen – ein beglückendes Spiel, aus dem Augenblick geboren.

    Werner, 36

  • Edelstein

    Danke!

    Heute hatte Anna einen Tobsuchtsanfall auf offener Straße. Sie warf sich hin und brüllte wie am Spieß; kein Zureden half. Passanten blieben stehen, und ich fühlte mich wie die schlimmste Rabenmutter. Alles wegen eines Butterweckchens, das ich ihr verweigert hatte! Anna schrie und schrie. Bis eine fremde Frau mich lächelnd ansprach: „Ein starkes Mädchen haben Sie. Die wird sich gut behaupten im Leben.“

    Ein Strom von Dankbarkeit rieselte durch meinen Körper, und Anna vergaß vor Neugier auf die Fremde, weiter zu weinen.

    Susanne, 33

  • Edelstein

    Citykicker

    Mit gellenden Schreien kickt Luca (knapp 2) den Luftballon durch die Fußgängerzone, den er gerade an einem Info-Stand erbeutet hat.
    Und jede und jeder, egal mit wie viel Einkaufstaschen beladen, kickt den Ballon zurück. Und hat danach ein Lächeln im Gesicht.

    Bettina, 31

  • Edelstein

    Arm in Arm

    Schön, im Park die Nachmittagssonne zu genießen! Franziska buddelt im Sandkasten, wir sitzen Arm in Arm auf einer Bank. „Deine Haare kitzeln“, sagt David, sein Tagesbart kratzt sanft meine Wangen. Wie schön, dass wir uns gefunden haben!

    Melanie, 34

  • Edelstein

    Vertrauen

    Hanna möchte von der Mauer
    springen, aber die Höhe lässt sie
    zögern. „Fängst du mich, Papa?“
    Ich breite meine Arme aus: „Spring!“ Hanna schaut nach oben in den
    Himmel und lässt sich fallen.
    Welch grenzenloses Vertrauen!

    Markus, 33

  • Edelstein

    Sonntagmorgen

    Schon so hell? Nein, geweckt hat mich nicht das erste Tageslicht, das durch die Vorhänge in unser Schlafzimmer dringt. Es ist eine leichte Berührung in meinem Nacken. Da, nochmal! Ich spüre den warmen Atem meiner schlafenden Tochter, die sich irgendwann in der Nacht zwischen meinen Mann und mich gestohlen hat. Bloß nicht bewegen jetzt – ich möchte diesen Moment noch auskosten!

    Susanne, 25

  • Edelstein

    Pusteblume

    In ihrem Garten sind die Löwenzähne für meine Mutter die schlimmsten aller Feinde. Aber jetzt kniet sie begeistert neben Lukas auf der Wiese und hilft ihm, die Samen der Pusteblumen flächendeckend zu verteilen …

    Robert, 29

  • Edelstein

    Der Igel

    Kommt er? Lennart, gerade 3, und ich liegen im Kinderzimmer-Fenster und lassen die Terrasse der Nachbarin nicht aus den Augen. Seit sie (unerlaubterweise) einen Igel angefüttert hat, holt er sich Abend für Abend in der Dämmerung seine Ration. Ich spüre Lennarts Herz klopfen …

    Boris, 34

  • Edelstein

    Sommerduft

    Frisches Heu? Sonnencreme? Seit gestern duftet der Sommer für mich ganz anders. Marie, die den halben Nachmittag lang mit den Nachbarskindern in der Sonne gespielt hatte, kuschelte sich leicht verschwitzt und ein bisschen müde auf meinen Schoß, und als ich sie auf den Scheitel küsste, roch ich es. Als hätten ihre Haare die Sonne gespeichert!

    Kerstin, 34

  • Edelstein

    Geburtstag

    Wie stolz Sina die Krone trägt, die ich ihr zum Geburtstag gebastelt habe! Unsere Prinzessin … Okay, seit sie da ist, muss ich auf manches verzichten, mir fehlt vor allem Zeit für mich selbst; vorher hätte ich das nicht geglaubt. Aber ich spüre auch: Ich hab’ das gut hingekriegt. Sina hat sich gut entwickelt, ist ein aufgewecktes, freundliches Kind. Ja, ich bin stolz auf mich; ich bin eine gute Mutter!

    Leonie, 28

  • Edelstein

    Die Kinder spielen nach dem Sonntagsfrühstück satt und zufrieden in der Bauecke und meine Frau und ich gönnen uns eine zweite Tasse Kaffee. Diese paar Minuten haben einen ganz besonderen Zauber für unsere Partnerschaft. Jetzt ist mal Zeit für uns und die Möglichkeit durchzuschnaufen und Kraft zu tanken und sich zu erfreuen an dem, was man gemeinsam alles geschafft hat …

    Martin (36)

  • Edelstein

    Das Christkind bäckt

    Heute Abend leuchtete der Himmel knallorange. „Das Christkind bäckt“, sagte meine Großmutter dazu, als ich so alt war wie mein Lukas heute. Merkwürdig: Seit ich selbst Mutter bin, erinnere ich mich wieder an so vieles aus der eigenen Kinderzeit, und ich spüre wieder eine ganz intensive Verbindung zu den Menschen, die damals wichtig für mich waren. Wie meine Oma, die schon lange nicht mehr lebt; mit dem knalligen Farbenspiel am Himmel sehe ich noch einmal ihr warmes, liebevolles Lächeln… Danke für die Liebe, die ich als Kind bekommen habe und die ich jetzt weiter schenken darf!

    Rebecca (38)

  • Edelstein

    Im Supermarkt spricht mich die alte Dame mit Gehhilfe an und fragt, ob das da hinten mein Sohn sei. Mir rutscht das Herz in die Hose! Oh nein – hat Sven „schon wieder“ ­etwas angestellt? „Ja“ antworte ich vorsichtig. „Sie haben einen tollen Jungen! So zuvorkommend und hilfsbereit. Ich komme ja so schlecht an die hohen Regale und ihr Junge war sofort bei der Stelle!“ Wow!!! Das tut gut, nach all den negativen Rück­meldungen aus der Schule in der letzte Woche. Mir steigen Tränen in die Augen. DANKE!

    Maria (38)

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