Dienstag, 18:22 Uhr

Dezember 2013

Das Fest gemeinsam gestalten

Wir überlegen, wie wir heuer Heiligabend mit unseren Kindern (8 und 10) gestalten können. Sie haben schon angekündigt, dass sie nicht auf ihren Instrumenten vorspielen wollen. Schon im vergangenen Jahr haben sie beide ziemlich ungern mitgemacht, das war deutlich zu merken und auch nicht so gut für die Stimmung. Aber jedes Familienmitglied soll doch den Heiligen Abend mitgestalten! 

Rückfrage: Wie haben Sie sich selbst gefühlt, als Sie im vergangenen Jahr spürten, dass Ihre Kinder eher widerwillig, vielleicht sogar nur Ihnen zuliebe „mitspielten“? Ich vermute mal, dass auch Sie selbst den Heiligen Abend nicht wie gewohnt genießen konnten. Wollen Sie diese Erfahrung noch einmal machen, womöglich sogar einen heftigen weihnachtlichen Konflikt riskieren?

Es führt nun einmal kein Weg daran vorbei: Ihre Kinder werden älter, selbstständiger und entwickeln dabei eigene Vorstellungen oder stellen jedenfalls die der Erwachsenen in Frage. Alle möglichen Formen von Zwang, Überredung, Drohung oder Bestechung ändern nichts daran. Es gibt nur eine sinnvolle Lösung: Setzen Sie sich mit den Kindern zu einem „Familienrat“ zusammen und besprechen Sie, wie Sie miteinander Weihnachten feiern können. Dabei kann jede/r einzelne beschreiben, was ihm oder ihr Weihnachten und die traditionellen Festrituale der Familie bedeuten und was ihn oder sie daran stört. Für Sie selbst ist es vermutlich wichtig, ein gemeinsames Fest zu gestalten, zu dem jede/r einen Beitrag leistet; wenn Ihre Kinder dabei auf ihren Instrumenten vorspielen, weckt das bei Ihnen vielleicht schöne Erinnerungen an frühere Weihnachtsfeste Ihrer eigenen Kindheit. Ihre Kinder empfinden das Vorspielen dagegen möglicherweise als peinlich, haben ansonsten aber gegen eine gemeinsame Feier keine Einwände…

Wie auch immer: So können Sie als Familie ein besseres Verständnis für die Gefühle und Motive aller Beteiligten entwickeln, neue Ideen sammeln und gemeinsam die schönsten Vorschläge heraussuchen. Allerdings setzt das voraus, dass alle sich „ergebnisoffen“ auf Neues einlassen. Dabei hilft es Ihnen vielleicht, sich den Stellenwert der weihnachtlichen Rituale klar zu machen: Sie sind ja kein Selbstzweck, sondern dienen vor allem auch dazu, Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl als Familie zu stärken. Wenn sie diesen Zweck nicht mehr erfüllen, wird es Zeit, über Veränderungen nachzudenken. Und die Chance, dass Ihre Kinder das Fest gerne mitfeiern, ist am größten, wenn Sie selbst über seine Gestaltung mitentscheiden dürfen. Gerade Jugendliche (zu denen Ihre Kinder sich jetzt mit Riesenschritten entwickeln!) wollen ernst genommen und gehört werden und brauchen Eltern mit einem eigenen Standpunkt – auch um sich daran zu reiben und ihrer eigenen Ideen zu vergewissern.

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