Donnerstag, 17:11 Uhr

Juni 2016

Pflichtfach Spielen

Es fällt mir schwer, mich auf das Spielen mit meinen Töchtern (12 Monate und 3 Jahre alt) einzulassen. Ich finde einfach keinen Spaß daran. Andererseits will ich sie aber nicht dauernd enttäuschen. Soll ich trotzdem „ungern“ mit ihnen spielen?

Bitte, geben Sie sich Mühe! Kinder erleben die Welt spielend. Sie verarbeiten Gefühle und Erfahrungen, indem sie sie mit verteilten Rollen nachspielen. Sie probieren spielend Lösungen für Probleme durch, üben dabei neue Fertigkeiten ein und experimentieren mit ihren körperlichen Möglichkeiten. Beim Mitspielen können Sie deshalb tiefe Einblicke in die Innenwelt Ihrer Kinder gewinnen, und nachdem Sie 100mal mit ihnen vom Mäuerchen gehüpft sind oder Vater-Mutter-Kind mit ihnen gespielt haben, bekommen Sie ein sicheres Gefühl dafür, was Ihre Kinder schon können, wo sie noch Ihre helfende Hand brauchen, wovor sie womöglich Angst haben oder welche Probleme sie sonst mit sich herumschleppen.

Natürlich müssen Eltern keine Animateure sein, die ständig neue Spielideen parat halten, um ihre Kinder vor Langeweile zu retten. Es genügt, wenn Sie einfach präsent sind, sich einlassen und sich leiten lassen von den Spielideen der Kinder. Sie sagen Ihnen schon, was genau Ihr Part sein soll. „Wir spielen Kaufmannsladen und Du kaufst ein!“ Oder: „Ich wär' die Maria, Du der Josef und der Bär ist das Christkind in der Krippe.“  Meist müssen Sie gar nicht besonders kreativ sein als Josef oder als Einkäuferin im Laden. Denn Ihre Kinder haben genaue Vorstellungen davon, wie das Spiel laufen soll und was Sie dazu tun oder sagen müssen.  Sie genießen Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und die Möglichkeit, Regie zu führen. Und wenn Ihnen schon das Spiel selbst nicht viel Freude macht, dann vielleicht doch die Kreativität, der Eifer und die Begeisterung, mit der Ihre Kinder dabei zu Werke gehen?

Ihrer Spiellust könnte auch eine Erinnerung daran aufhelfen, was Sie selbst als Kind gern gespielt haben.  Ware Sie eher der Mutter-Vater-Kind-Typ? Ein Bewegungs-Freak? Oder eine eifrige Malerin, Bastlerin, Perlenkettenknüpferin? Haben Sie gerne draußen gespielt oder lieber drinnen? Vielleicht haben Sie auch früher schon nicht so viel gespielt, dafür aber liebend gern Geschichten gehört? All das können Sie auch Ihren Kindern zeigen und vermitteln. Im Übrigen dürfen die beiden ruhig merken: Mama beschäftigt sich zwar gern mit uns, aber manche Spiele gehen mit Opa besser als mit ihr, und Onkel Klaus hat einfach lustigere Ideen als Papa. Dafür können wir mit Papa wilder toben und mit Mama toll Verkleiden spielen. Und außerdem gibt’s ja noch viele andere Kinder in der Kita und auf dem Spielplatz...

In unserer Rubrik Familie von A-Z finden Sie weitere interessante Artikel und Infos zu dem Thema Entwicklung des Kindes.

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