Dienstag, 22:52 Uhr

November 2019

Abschied vom Schnuller

Abschied vom Schnuller©

Anni, meine Große (jetzt 3,5 Jahre), hat zum Einschlafen immer noch einen Schnuller, genauer gesagt: zwei, einen für den Mund und einen für die Hand. Schon vor einem halben Jahr haben wir mal versucht, ihr wenigstens einen abzuhandeln, aber allein der Versuch, darüber in einer ruhigen Situation zu reden, provozierte großes Geschrei. Die Erzieherinnen in der Krippe empfehlen uns zu warten, der Zahnarzt rät uns, Druck zu machen.  

Die „Schnullerabgewöhnung“ ist ein viel diskutiertes Thema - mit vielen verschiedenen und teilweise auch sehr gegensätzlichen Ansichten.

Der Schnuller bedeutet für viele Kinder Sicherheit, Geborgenheit und auch Trost. Gerade in „Schwellensituationen“ wie bei der Eingewöhnung in die Kita, einem Umzug oder auch der Geburt eines Geschwisterchens fällt es Kindern besonders schwer, darauf zu verzichten. Und ganz sicher spielt es auch eine Rolle, wenn das kleine Geschwisterchen den Schnuller selbstverständlich noch nuckeln darf, das große den seinen aber abgeben soll. Umso größer ist die Gefahr, dass sich die Familie über diesem Thema in einen zähen Machtkampf verstrickt.  

Üben Sie sich also lieber in Geduld. Immerhin ist es schon mal hilfreich, dass Ihre Anni keine Dauernucklerin ist, sondern den Schnuller nur noch zum Einschlafen braucht. Und vielleicht gelingt es Ihnen ja, etwas zu finden, dass ihr beim Einschlafen dieselbe angenehme Geborgenheit verschafft. Das könnte

  • ein Kuscheltier sein,
  • ein Nachtlicht,
  • ein „Sternenhimmel“ an der Kinderzimmer-Decke,
  • eine Schmusedecke oder
  • ein T-Shirt, das „nach Mama“ duftet. 

Jedes Kind hat da andere Vorlieben. Ganz wichtig ist eine liebevolles Gute-Nacht-Ritual, und möglicherweise helfen auch ein Bilderbuch zum Thema Schnuller oder die „Übergabe“ des Schnullers an ein Neugeborenes im Bekanntenkreis, das in jetzt viel dringender braucht als die „große“ Anni, oder an die „Schnullerfee“. Apropos groß: Versuchen Sie gar nicht erst, Anni wortreich davon zu überzeugen, dass sie ja jetzt schon groß sein, alles Mögliche schon könne (Eis essen, Roller fahren, ihre Puppe an- und ausziehen…) und deshalb den Schnuller nicht mehr brauche. Erstens hilft das alles überhaupt nicht, wenn ein Kind etwas anderes fühlt, und zweitens riechen viele Dreijährige schon den Braten und reagieren verstimmt. Am besten bieten Sie Anni ganz sachlich ein Gegengeschäft an: „Wenn Du den Schnuller nicht mehr brauchst, dann...“  

Noch ein Tipp zu den Meinungen der „Experten“: Die gehen, wie Sie ja selbst erfahren haben, weit auseinander. Schauen Sie deshalb lieber auf Ihr Kind: Wie selbstbewusst und zuversichtlich packt Anni ihre alltäglichen Herausforderungen an? Wie unsicher reagiert sie auf neue Aufgaben? Je nach dem lassen Sie Ihr Bauchgefühl entscheiden, wie Sie vorgehen wollen. Und selbstverständlich können Sie Anni durch ermutigende Worte und Gesten signalisieren, dass sie das schafft und den Schnuller nicht mehr (so oft) braucht. Ihre eigene Überzeugung als Mutter und Vater, dass Anni auch ohne Schnuller gut einschlafen kann, ist ein wichtiger Baustein für den Erfolg. Denn es tut Anni bestimmt gut zu spüren: Meine Mama und mein Papa trauen mir zu, dass ich das schaffe!    

In unserer Rubrik Familie von A-Z finden Sie weitere interessante Artikel und Infos zu dem Thema Entwicklung des Kindes.

Foto:photographee.eu---stock.adobe.com

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