Freitag, 01:28 Uhr

Liebe Eltern,

39,1. Ausgerechnet heute! Meine Frau Bettina ist auf Klassenfahrt in der Eifel, mein Terminkalender schreit gleich zweimal „!!!“, und die Deadline für mein wichtigstes Projekt rückt bedrohlich nahe. Die Kollegin, mit der ich die nächsten Schritte besprechen wollte, seufzt bei meiner Absage vernehmlich, aber was hilft’s? Ich muss mich um unseren fiebernden Dreijährigen kümmern und mit ihm zur Kinderärztin.

Und dann, als ich Bettinas Mutter als Krankenpflegerin für die nächsten Tage verpflichtet und auch sonst alles Notwendige geregelt habe, stelle ich zu meiner Überraschung fest: Ich werde von Minute zu Minute ruhiger und gelassener. Wie schön das ist: das Vertrauen meines kleinen Patienten zu spüren, als er während der Untersuchung der Ärztin auf meinem Schoß sitzt, ihm zuzuschauen, wie er dankbar die Erdbeermilch und den Kartoffelbrei löffelt, die ich für ihn zubereitet habe, seine Spannung und das befreite Lachen über das Kasperletheater mitzuerleben, das ich am Nachmittag für ihn aufführe. Wann habe ich im Job zuletzt so ein Feedback bekommen?

Die Arbeiten auf meinem Schreibtisch sind übrigens trotz meiner Auszeit fertig geworden. Aber ich weiß jetzt wieder ein bisschen besser, wo mein Schatz ist.

Ihr

Josef Pütz

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